CD-Kritik Zur Startseite

Erhard and Missouri

This is not our scene

(xxs13 indigo 9814-2 )

In einem sind sich Missouri (aus Nürnberg) treu geblieben: Basis-Sound bleibt zähes Zeitlupen-Americana. Aber: die Elektronik hat an Gewicht gewonnen. Schwül surrende, vibrierende Echos durchziehen jetzt die meisten ihrer Songs. Sogar primitiv tuckernde Drumcomputer sind zu hören. Und noch nie hat zuvor der Gesang bei Missouri eine solch große Rolle gespielt:

Wir erinnern uns: das Vorläufer-Album hatte seine Reize. Da Langsamkeit und Atmosphäre allein aber zuwenig waren, verklang es nahezu rückstandslos. Das könnte sich mit dem neuen Werk ändern. Schuld daran ist nicht der Sound - it´s the song, stupid! Das Dylan-Cover "You ain´t goin´ nowhere" zeigt schlagartig, wie aufregend der Missouri-Sound in Kombination mit tollen Songs klingt. Das spröde, detail-versessene Missouri-Flair gewinnt, sobald eingängige Melodien im Spiel sind. Und die stammen nicht nur von Dylan, sondern auch aus eigener Feder. (Das Lou Reed-Cover ist so spröde und monoton, wie Reed eben klingt...) Nicht zu überhören ist auch, dass im Zusammenklang von Erhard Grundl und der Band an der akustischen Dramatik gefeilt wurde. Das Ergebnis ist hörenswert.

Missouri

It's a glow-in-the-dark good time

(iXiXeS/Indigo)

Neues von iXiXeS, dem Label, das der Welt das erste Fink-Album bescherte! Ein Händchen für musikalische Kleinodien haben sie in Hamburg - auch über den Tellerrand hinaus: "Missouri" (Red: Voc, Git, Harmonium; Frank Mollena: Git, Org, Rhodes, Christian Ebert: Org, Synth) kommen aus Nürnberg und sind ähnlich wie Fink innovativen Americana-Spielarten verpflichtet. Bei "Missouri" ist es der Zeitlupen-Sound von Souled American, gospelhafter Klage-Gesang und Ambient-Sounds wie bei Western Electric. Allerdings ohne deren esoterisch-kuscheliges Flair, sondern karg und spröde. In melodiöse Harmonien kann man sich nur selten einwickeln. Dafür setzt das Nürnberger Trio auf schemenhaften Country, eine hohe Klang-Intensität und viel, viel Weite. Elektronik-Sounds und Akustik-Gezupfe werden gemischt, manchmal gezerrt. Alles Überflüssige ist getilgt, der Sound bleibt immer transparent. Und ein wenig erdenschwer, Frohnaturen scheinen "Missouri" nicht gerade zu sein...

(Katja Preissner)

 


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