CD-Kritik Zur Startseite

Elliott Murphy

Strings Of The Storm

(Blue Rose/In-Akustik)

Bei seinem letzten Album "Soul Surfing" musste sich Elliott Murphy von mir noch den Verdacht gefallen lassen, dass er vom Schunkelheinz befallen ist. Mit seinem aktuellen Doppelalbum "Strings Of The Storm" gibt er aber seine fast vollständige Genesung bekannt. Einige wenige Male rutschen zwar ganz seltsame Songs über den Laser, aber das fällt bei einer Doppel-CD mit insgesamt 23 Songs nicht weiter auf. Vorneweg Olivier Durand, gefolgt von der schon angestammten Band aus Ernie Brooks, Florent Barbier und Danny Montgomery zeigt sich Elliott Murphy wieder als entspannter Songwriter, in dessen Hände man beruhigt seine Ohren legen kann.

Auffallend ist, dass der Meister der Geschichten und Metaphern beim Bonustrack "Ground Zero" angesichts der Katastrophe lyrisch hilflos vor den Ereignissen steht. Trotzdem ist "Ground Zero" musikalisch eindringlich geworden und glänzt durch Menschlichkeit statt durch Patriotismus. Also, wer den qualitätsbewussten Geheimtipp Elliott Murphy immer noch nicht kennt, sollte sich direkt an "Strings Of The Storm" heranpirschen.

(dmm)

 

Elliott Murphy

Soul Surfing

(Blue Rose)

 

Ups, beim Seelensurfen wurde Elliott Murphy anscheinend vom Schunkelheinz heimgesucht. Speziell die ersten drei Songs zeichnen sich durch 1A Schunkelrhythmus aus und haben mich eingangs doch ziemlich überrascht. Im weiteren Verlauf öffnet Mr. Murphy zwar das ein ums andere Mal den Beutel der feinen Weisen, aber "Soul Surfing" erreicht nicht die hypnotische Geschlossenheit von "Rainy Seasons" oder dem famosen "La Terre Commune" mit Iain Matthews.

Auch wenn Elliott Murphy mit halber Kraft immer noch besser ist als die meisten anderen Singer/Songwriter, gelingt ihm diesmal nicht der ganz große Wurf. "Soul Surfing" ist ein ausgesprochen positives Album, aber der augenzwinkernde Kauz steht Elliott Murphy besser zu Gesicht.

(dmm)

 

Elliott Murphy & Iain Matthews 

La Terre Commune

(Blue Rose / In-Akustik)

Supergroups, ellenlange Listen von Gastmusikern, Kollaborationsalben... Überall schließen sich bekannte Musiker zusammen im Studio ein und viel zu oft verstopfen sie mit dem Ergebnis den Tonträgermarkt. Die Kombination Elliott Murphy + Iain Matthews versprach aber schon im Vorfeld eine Menge Gutes. Schön, dass den Worten jetzt auch Taten gefolgt sind. "La Terre Commune" heisst das Album und ich kenne eine Menge Leute, die diese Art von Musik schrecklich langweilig findet. Klar, wer ausgefeilte Kompositionen, treffsichere Arrangements und gute Sänger nicht mag, sollte die Finger weglassen. Die beiden Musiker führen homogen das fort, was man von ihren jeweiligen Alben gewohnt ist. Da mit Olivier Durand und Florent Barbier der Gitarrist und Drummer von Elliott Murphy mit an Bord sind, schlägt der "Trademark-Pegel" mehr in Richtung des Wahl-Parisers aus. Je vier Eigenkompositionen und fünf sorgfältig ausgewählte Coverversionen schmeicheln sich ins Ohr. Bei "The Ballads Of The Soldier's Wife" von Brecht/Weill gibt sich noch Wolfgang Niedecken die Ehre. Deutlich erkennbar, aber ohne Kölner Zungenschlag. Was nach ausgedienter Altherren-Riege riecht, hat die gelassene Seriosität der grauen Schläfen. "The more you know..." Großartiges Album!

(dmm)

 

 


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