CD-Kritik Zur Startseite

Nova Huta


At Bambij Robot's Nonstop Datscha


(Storage)
Es gibt Leute, die mögen bei Jump-And-Run-Spielen am liebsten die lustige Musik. Und es gibt Leute, die hören gern Tangerine Dream - aber ein bißchen mehr Tempo wär zur Abwechslung auch mal ganz nett. Für all diese Leute gibt´s jetzt Teil 2 der Secret-Sounds-Reihe von Storage, dem Label mit der fliegenden Erdbeere.

Nova Huta ist das Projekt des Hamburger Klangforschers Reznicek, der - so will es die Legende - von seinem im Sterben liegenden Onkel (einem Werksmusiker aus Polen, der mit staatlichem Auftrag den Arbeitern im Krakauer Stahlwerk "Nova Huta" mit seinen Klängen etwas die monotone Tätigkeit erleichtern sollte) ein Paket mit einer Casio-Orgel geschickt bekam. Die im Gerät gespeicherten Kompositionen sollte er nun mit seinen technischen Möglichkeiten weiter- und end-verarbeiten. Hat er getan. "Datschadelic" nennt es das Label. Und meint damit quirlige Blubber-Songs aus dem Casio-Wunderland. Programmiert von einem Virtuosen, der mit den Harmonien wirbelt wie ein Teller-Jongleur und alle Register seiner Geräusch-Palette zieht. Aber dabei - und das ist nicht so häufig in diesem Genre - nicht einfach nur Klang-Orgien veranstaltet oder Stimmungen gestaltet, sondern richtig Geschichten erzählt. Manche sind poetisch und traurig, andere spannend wie ein Hitchcock-Film. Oder auch unheimlich. Wie ein alter Schwarzweiß-Gruselfilm. Unbedingt angucken- äh, -hören!

(Katja Preissner)


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