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N.W.A.

The N.W.A. Legacy: Volume 1 (1988-1998)

(Priority/Virgin) [4-99]

Soll ich ehrlich und direkt sein? Ich mag diese Doppel-CD nicht. Zum einen ist viel unnötiges Material drauf, zum anderen habe ich die guten Songs schon längst in meinem Regal stehen. Nach der Cover-Aktion ("Straight Outta Compton - 10th Anniversary Tribute") bin ich mit N.W.A.-Souvenirs gut eingedeckt. Da brauche ich nicht noch Songs von jedem Hansel, der nur im Entferntesten mit dieser HipHop-Crew in Verbindung zu bringen ist. Irgendwo hört der Spaß auch auf.

Am wenigsten dafür kann wahrscheinlich die Band bzw. deren Ex-Mitglieder. Die sollten dennoch aufpassen, daß der gute Ruf ihrer Band nicht durch solche Aktionen arg in Mitleidenschaft gezogen wird. Wer jetzt noch nichts von N.W.A. gehört hat, der wird durch "The N.W.A. Legacy: Volume 1 (1988-1998)" keinen Deut weiser und sicherlich nicht überzeugt werden. Da ist es ratsamer, sich "Straight Outta Compton" oder "Niggaz 4 Life" zu besorgen, was sich wiederum vollends rentiert.

(kfb)

 

Cover NWA

Straight Outta Compton
N.W.A. - 10th Anniversary Tribute Album


(Virgin)
Easy E, Dr. Dre, MC Ren (bürgerlich: Lorenzo Patterson), DJ Yella (bürgerlich: Antoine Carraby) und (nicht zu vergessen) Ice Cube waren N.W.A., die Niggaz Wit' Attitude. Sie waren wohl das, was man heute gemeinhin als die Begründer des Gangsta Rap angesehen würde. Irgendwie verständlich, schließlich handelten ihre Texte zuhauf von Beschimpfungen der Polizei, anderen MCs sowie Frauen, die stets herablassend als "bitches" betitelt wurden. Ihr Debüt "Straight Outta Compton" war der krasse Gegensatz zum New Yorker East Coast, der sich verstärkt politisch korrekteren und politisch motivierteren Themen zuwandte, und zeichnete sich dementsprechend durch plakative Gewalt, Sexismus und simple House-Party-Mucke aus.

Obwohl fast ohne die Unterstützung der Radiostationen konnte ihr in einer Garage aufgenommenes Debüt später in Platin gepreßt werden. Im Nachhinein ein wohl wichtiges Ereignis für die weitere Entwicklung des HipHop. Richtig bekannt wurden N.W.A. allerdings erst durch den Song "Fuck Tha Police", der das FBI sowie die Polizei auf den Plan rief, die wiederum 'Priority Records' mächtig Dampf machten, das Album in dieser Form vom Markt zu nehmen und in einer überarbeiteten Version (also ohne besagten Song) wieder zu veröffentlichen. Gesagt, getan. Kurz darauf verließ Ice Cube wegen eines Disputs (es ging natürlich ums Geld) die Band und wurde fortan bei jeder Gelegenheit durch den Dreck gezogen. Es sollte viele Jahre dauern, bis sich beide Parteien wieder riechen konnten und ihren lächerlichen, in der Öffentlichkeit ausgetragenen Streit beilegten.

Nun zu diesem Tribute Album der Old School-Heroen, das ein Remake ihres Debüts darstellt. Dieses Mal wurden bekannte Rapper der derzeit dominierenden HipHop-Generationen gebeten, jeweils einen Song zu covern. Bis auf "Something 2 Dance 2" wurden auch alle Stücke neu aufgelegt. Besonders die neuen Versionen von "Straight Outta Compton" (King T, MC Eight, Dréta), "Fuck Tha Police" (Bone Thugs-N-Harmony), "Gangsta Gangsta" (Snoop Dogg & C-Murder) und "Express Yourself" (Silkk The Shocker) wissen zu gefallen. Selbst Dr. Dre und MC Ren sind auf diesem Album vertreten. Mit "Compton's In The House" (in einer bisher unveröffentlichten Liveversion) reichten sie ein besonders Schmankerl ein.

Dieses Album ist mir auf alle Fälle lieber als ein weiteres mittelmäßiges Best Of-Album, dessen Anschaffung nicht mal der Fußweg zum Plattenladen wert ist.

(kfb)

 

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