CD-Kritik Zur Startseite

Anders Parker  

Songs In A Northern Key 

(Munich Records/Indigo)

Komisch. Wochenlang trollt die CD in meinem Regal, mischt sich immer wieder unter die Tonträger, die ich noch zu bearbeiten habe. Und ausgerechnet an einem Tag, an dem einem die Trauer gepackt hat, schleicht sie sich spät abends in den CD-Player und beschallt vier trostlose Wände mit ergreifender Musik. Anders Parker trifft einen in Zeiten der Schwäche dort, wo es am wehesten tut: im Herzen. Er steht verlassen mitten in der Einöde auf einer leeren Fläche und spielt vor sich hin. Mal lässt er eine Mogwai-typische epische Breite durchschimmern ("Difference"), mal packt er das Banjo aus ("The Drunkward's Fish") oder latscht barfuss durch die Prärie ("Blue Flowers On The Highway"). Ein anders Mal mimt er den Singer/Songwriter ("Still Dream") oder duelliert sich mit der Gastsängerin Kendall Meade ("Broken Song"). Es sind nur Nuancen. Sie ergeben aber immer wieder neue Gesichter eines Künstlers, der behutsam an seinen Songs feilt und sich ihrer Zerbrechlichkeit bewusst ist. Am Ende steht da Country neben Singer/Songwritertum, der wiederum neben Indierock und neben Bombast gammelt. Schwer zu beschreiben, einfach zu lieben wie schlecht draufzukommen und bestens geeignet, sich dazu unter der Bettdecke zu vergraben.

(kfb)



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