CD-Kritik Zur Startseite

Peppy Jones

Androidenphilosoph

Eine pausbäckige Sonne mit blauen Kulleraugen auf dem Cover? Alarm! Sowas hat man in den 70ern als Flicken auf Kinderhosen genäht. Und auf CD-Covern kann das auch nichts Gutes bedeuten. Ein neues Kindermusical von Peter Maffay? Schlimme Schwurbel-Psychedelia? Oder halt irgendwas Selbstgebasteltes?

Nein, Entwarnung. Die Sonne ist das einzig Gezierte an der CD. Peppy Jones bieten geschrammelten Power-Pop mit deutschen Texten, hier und dort mit spaciger Elektronik, Orgel und Bläsern versehen. Gerade im Umgang mit den Keyboards klingt etwas School durch. Besser hätte Uwe Fahrenkrog-Petersen das seinerzeit auch nicht gekonnt: immer der richtige Ton zu richtigen Zeit, mal geblubbert, mal gestrahlt. Vermutlich aber hätte der Nena-Keyboarder dabei doch zu dick aufgetragen. Peppy Jones lieben´s dagegen unprätentiös.

Ihre Ohrwurm-Melodien verpacken sie mit fröhlichem Bubblegum-Rock, ohne glatt zu wirken. Liegt zum Großteil auch an den Texten, die so herrliche Reime wie diesen bieten: "Alle Leute stehn am Rand - vom Weltallpommesbudenstand." Solch unverkrampften Umgang mit Sprache wünscht man sich öfter. Herzerfrischend konservativ also, diese Peppy Jones: singen deutsch und machen einfach gute, flotte Popmusik. Wenn das nicht alte Schule ist...

(Katja Preissner)

 

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