CD-Kritik Zur Startseite

Pigeonhead


The Full Sentence


(Sub Pop) [2-97]
Wer hätte zur Blütezeit Sub Pops, das heißt Anfang der Neunziger Jahre, gedacht, daß auf diesem Label irgendwann einmal eine Modern-Soul-Band erscheinen würde, verbinden auch heute noch viele die in Seattle ansäßige Plattenfirma mit Grunge.

Als 1993 Pigeonheads Erstlingswerk erschien, nahm kaum jemand Notiz von dem für seine Zeit ungewöhnlichen Album. Zu sehr waren die Augen auf Nirvana, Pearl Jam und Co. gerichtet. Heutzutage, da der Rockzirkus um besagte Bands etwas weniger Zuschauer im Zelt sitzen hat, könnte es passieren, daß Pigeonhead eine bessere Chance auf Beachtung finden als damals. Eigentlich sind Pigeonhead gar nicht so weit von Bands wie Soundgarden entfernt, denn hört man auf den nackten Songwriting-Stil, dann fallen doch gewisse Parallelen auf, vor allem, wenn die Analogkeyboards in den Hintergrund treten und die Gitarre das Regiment übernimmt.

Daß der Moog ein Revival feiert haben nicht zuletzt die Redakteure des U.S.- Magazins Grand Royal (herausgebracht auf dem gleichnamigen Label der Beastie Boys) unterstrichen, widmeten sie doch über 30 Seiten diesem Synthesizer und seinen Abarten. Gemäß diesem Trend benutzen Pigeonhead größtenteils Mellotron, Clavinet und Orgel, was die Platte soundmäßig zurück in die Siebziger beamt, der Hochzeit dieses Instrumentariums.So klingt "The Full Sentence" ziemlich retro, allerdings im Produktionsgewande der Neunziger. Stellt Euch vor Big Chief würden Keyboards statt Gitarren benutzen und sich von Nellee Hooper (Soul To Soul) produzieren lassen - dann kommt ihr dem Sound Pigeonheads ganz nahe, aber nur fast!
(fred)

Cover Pigeonhed

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