CD-Kritik Zur Startseite

Pole

LP2

(Kiff sm/Connected) [2-99]

Ich hätte ja nicht gedacht, daß es so schnell geht. Stefan Betke legt schon einen nach. War doch seine LP1 erst vor vier Monaten an gleicher Stelle die Schönheit der Ausgabe. Muß man bei musikalischen Schnellschüssen eigentlich immer mißtrauisch sein, gibt es bei Pole keinen Grund dazu. LP2 macht genau da weiter, wo der Vorgänger aufhörte. Basierte LP1 strukturell noch auf dem Knacken eines defekten Waldorf-Filters, das mit unglaublich fetten Dub-Bässen unterlegt war, so verzichtete Stefan Betke bei den neuen Aufnahmen auf den defekten Filter.

Aber keine Angst, es knackt und bruzelt auch hier. Er orientiert sich noch mehr an den neuentdeckten Dub- und Reggae-Einflüssen und taucht noch mehr in den extremen Tief-Frequenz-Bereich ein, als bisher. Tief-Frequenz meint hier, es kann gut passieren, daß der geneigte Hörer erstmal gar keine Bässe hört. Euer Nachbar kann euch ja dann davon erzählen. Kleiner Tip: Unbedingt gaaaanz laut hören. Der Sound entschädigt auf jeden Fall für die zu erwartende Anzeige wegen Ruhestörung. Die Alternative wäre natürlich der Club eures Vertrauens. Sucht es euch aus.

Um jetzt final auf Pole zurück zu kommen: Pole ist die Emanzipation vom Sound-Gimmick (der Filter) zu einhundert Prozent geglückt und es klingt immer gut, egal wo.

(rk)

 

Pole

LP 1

(Kiff sm/Connected)

POLE ist Stefan Betke aus Berlin. Er arbeitet in einem Mastering- Studio in Berlin und bei der Gelegenheit ist ihm der namensstiftende Pole-Filter mal irgendwann zu Boden gefallen, was uns, den Hörern, jetzt diesen typischen, an verkratzte Schallplatten erinnernden Sound beschert hat. Ein absolut charakteristischer Sound, der, in seiner Einzigartigkeit und gleichzeitigen Un-Kontrollierbarkeit, aber "nur" ein Teil eines Gesamt-Sounds ist, der im Tief-Frequenzbereich mit beiden Beinen im Dub und Reggae verwurzelt ist. Deswegen ist LP 1 auch eine rundum entspannte Sache für entspannte Leute geworden.

Und wir wollen jetzt auch nicht vergessen, daß der konsequente Gebrauch von Technik gegen ihren ursprünglichen Verwendungszweck uns bis dato immerhin so leckere Sachen, wie Rock (Feedback) und Acid (303) beschert hat. Waiting to inhale.

(rk)

 

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