CD-Kritik Zur Startseite

Porncreep


Eject Too Late


(Silverhead Records)
Ach, was haben wir gelacht. Kleines pubertäres Gekicher über Claudias Schäferhund und über die süße Gwendolyn, die man sogar als Postpaket verschicken könnte (theoretisch). Ja, damals, als man Sex nur vom Hörensagen kannte und eine etwas hormonverzerrte Vorstellung davon hatte. Ich staune immer wieder nicht schlecht, dass es Leute gibt, die sich über die Bloodhound Gang kaputt lachen, die Pubertät aber schon rund 15 Jahre hinter sich haben. Somit standen die Vorzeichen für Porncreep extrem schlecht. Weder das Booklet, noch die Aussicht auf einer Coverversion von "Take On Me" haben mich "heiß" gemacht. Fataler Fehler! "Eject Too Late" ist brandheiß - Schweinerock Güteklasse A. Wer in Gluecifer oder The Hellacopters die Heilsbringer des Rock'n'Roll gefunden hat, der sollte Porncreep mit auf die Liste setzen. Selbst aus "Take On Me" wird ein kleines, dreckiges Stück Musik, ohne das Original zu verhacken. Sieht man über die peinliche Attitüde der Band hinweg, bekommt man 11 Highway-Schrubber, in denen es textlich hauptsächlich um Autos, Benzin und Freiheit geht. Halt die Themen, die für echte Männer relevant sind. "Rock On Roll Over" beschließt dann -fast symptomatisch- ein Album, bei dem die Klischees schon aus der Hülle quillen, das aber vielleicht gerade deswegen unwiderstehlich rockt.

(dmm)

 


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