CD-Kritik Zur Startseite

The Prodigy

Fat of the Land

(Intercord)

Wenige Alben wurden im Sommer so begierig erwartet wie die jüngste Scheibe von "The Prodigy" - war es doch schon einige Zeit her, daß die englische Band mit "Music for the jilted Generation" die Szene in Aufruhr versetzt hatte. Mastermind Liam Howlett arbeitete über ein Jahr an der Scheibe, und: Es hat sich gelohnt. "Smack my bitch up", "Breathe" und "Firestarter" sind, mittlerweile ein halbes Jahr später, zu Hits geworden, gehören zum Standardrepertoire jedes Prodigy-Fans.

Musikalisch überzeugt das Album mit einem fulminanten Mix aus Dance, Jungle, Rock und Hip-Hop, den "The Prodigy" so leicht keiner nachmacht. Die Jungs haben sich wie ein gigantischer Schwamm allen Musikrichtungen bedient, um sie gleichermaßen wie ein großer Schwamm aufzusaugen. Was der CD-Player dann wieder ausspuckt - falls man die richtige Balance zwischen den Höhen und Tiefen beziehungsweise die optimale Lautstärke findet -, ist ein höchst intelligenter Mix, der Spaß macht, ins Blut geht und zum Tanzen animiert. Neben oben genannten Hits finden sich auch Überraschungen wie Ausflüge in das Psychedelische ("Narayan", "Climbatize") auf der CD, die so gar nicht in das Image der bösen Buben aus England passen.

Schwächere Live-Auftritte in letzter Zeit, bei denen die Lautstärke und die entsprechenden Baßwellen schier alles überfluteten, können nicht darüber hinwegtäuschen, wie filigran und intelligent die Band zu Werke geht. "The Fat of the Land" ist eine der wichtigsten Platten diesen Jahres; von einer Band, die den Höhepunkt ihrer Kreativität erreicht hat. Und außerdem: DER definitive Soundtrack für lange, dunkle Fahrten auf Autobahnen und Landstraßen!

(ms)