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RadioheadKid A(EMI) |
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| Etwas spät, aber vergessen wollen wir "Kid A" von Radiohead nicht. Dieses Album wird überall über den Klee gelobt und zu einem Meisterwerk erkoren, bevor sich nur ein Körnchen Staub auf sein Cover niedergesetzt hat. Da fällt es schwer, anderer Meinung zu sein. Warum auch? Radiohead haben mit Kommerz rein gar nichts am Hut. Das lässt sich zum Beispiel daran erkennen, dass die Track-Indizes auf der CD kurz vor den eigentlichen Beginn der Songs gesetzt wurden. Oder keine Videos drehen, der CD ein kryptisches Booklet (unter dem schwarzen Tray versteckt) beilegen und ihrer Experimentierfreudigkeit noch mehr Freilauf gelassen haben. Vielleicht fühlten sie sich von artverwandten Bands wie Sigur Ros oder Godspeed You Black Emperor! beflügelt. Sie scheren sich auch wenig um das, was angesagt ist. Allerdings ist gerade das wieder in. Sei's drum. "Kid A" ist - da schließe ich mich meinen unzähligen Vorrednern gerne an - eine meisterliche Scheibe, die in diesem Jahr der Veröffentlichungszeitmessung herausragt. Man wird es nicht im Vorbeigehen hören, geschweige denn verstehen. "Kid A" ist ein Album, das man sich am besten in aller Ruhe und Abgeschiedenheit zu Gemüte führt. Jede Sekunde zählt. Dauernd passiert etwas und immer wieder wird man Neues in den zehn Stücken entdecken und lieben lernen. Im Grunde das richtige Album für dieses Jahreszeit. Mit viel Wärme, Eleganz und vielen Visionen. Lediglich das einen zur Eissäule erstarren lassende "Idioteque" fällt völlig aus dem Rahmen. Dafür verantwortlich sind die blecherne Rhythmusvorgabe und die dumpfen Beats. Vinyl-Fans sollten übrigens aufpassen. "Kid A" ist nämlich als schickes Doppel-10-Inch auf den Markt gekommen. Zugreifen! (kfb)
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RadioheadOK Computer(Parlophone) [7-97] |
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| Eigentlich hatte ich mit dem Rezensieren von Tonträgern
abgeschlossen, erschien mir die Flut von zahllosen Veröffentlichungen
so groß, daß sich nur wenige Platten von dem Grand Oeuvre abzuheben
schienen. In diesem Fall blieb mir keine andere Wahl: Ich muß hier
und jetzt eine überlange Rezension ins Auge fassen, da es sich bei
'OK Computer' um einen der besonderen Momente im heutigen Musikgeschehen
handelt.
Schon die ersten beiden Alben von Radiohead, 'Pablo Honey' (1993) und (vor allem) 'The Bends' (1995) waren Ausnahmeerscheinungen in der ansonsten von heiteren Klängen reich gesegneten britischen Musikszene. Die Parameter der Radioheadschen Herangehensweise stehen dem experimentellen Rock viel näher, als daß man sie einfach in die gängige Britpopschublade stopfen könnte. Harsche und laute Gitarren (gleich drei Gitarristen), ein oftmals mächtiges Schlagzeug, das ganz und gar nicht raven mag und - darüber thronend - der einzigartige, stark expressive Gesang Thom Yorkes. Expressivität darf hier nicht mit dem Geschmachte eines Bono Vox gleichgesetzt werden, denn wenn Yorke eine leidende Stimmung vortragen will, dann tut er dies derart überzeugend, daß man ihn am Boden windend vor dem geistigen Auge hat. Es ist nicht zu beschreiben, wie unpeinlich Pathos sein kann, man muß einfach zuhören, wenn es so überzeugend dageboten wird. Als 'The Bends' im März 1995 auf den Markt geworfen wurde, waren sich viele Kritiker einig: Das werden die neuen U2! Welch eine Fehleinschätzung! Während U2 als eine der letzten abgetakelten britischen Rockbands versuchen, sich durch das Aufgreifen aktueller Trends (siehe Underworld oder The Prodigy) an den eigenen Haaren aus dem Sumpf der Bedeutungslosigkeit zu ziehen, setzen Radiohead Maßstäbe. |
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Zum Album:Zu 'The Bends' gab es, nicht zuletzt durch zahlreiche Interviews bestätigt, haufenweise Informationen über die qualvolle Entstehungsweise des Albums. Nach dem Singleerfolg von 'Creep' und unter dem Druck, etwas produzieren zu wollen, das die Band von dem Ein-Song-Image wegbringt, hätten sich Radiohead beinahe aufgelöst. Die Schwermütigkeit, das Kämpfen um jeden Millimeter Bandmaterial hört man 'The Bends' an und das macht die Platte zu einem Meilenstein. Düster, depressiv, wütend und verzweifelt - das sind die Grundstimmungen von 'The Bends'. Das 'Creep' - Image war lange nicht ver(sch)wunden und Thom Yorke, der sich dieses Lied einst selbst gewidmet hatte, verkündete, er werde zukünftig versuchen, positivere Songs zu schreiben, indem er sich auf die schönen Momente des Lebens konzentriert. Hört man nun 'OK Computer', muß man feststellen, daß Thom Yorke immer noch keinen Ansatz gefunden hat, der seine Musik positiv klingen läßt - im Gegenteil, noch dunkler und verzweifelter, noch komplexer und weniger eingängig als die unkonventionelleren Stücke des Vorgängers, das macht diese dritte Platte aus; vergeblich ist das Warten auf eine fröhliche Dur-Harmonie! Aufgenommen wurde von Juni 1996 bis März 1997 mit zahlreichen Unterbrechungen, bedingt durch Festival - Auftritte und eine U.S. Tour mit Alanis Morrisette. Das Studio blieb immer gleich, die Umgebung wurde gewechselt, das heißt 'OK Computer' wurde an verschiedenen Plätzen mit mobilem Equipment und einer experimentellen Herangehensweise produziert. Illustre Plätze wie eine umgewandelte Scheune ('Canned Applause') oder die Gemäuer eines alten Anwesens ('St. Catherine´s Court') annimierten die Band dazu, eine Athmosphäre zu kreieren, die in einem normalen Studio nicht nachzustellen ist - mit Erfolg! 'OK Computer' klingt homogen und trotzdem hat jedes Stück seine individuelle Note, sei es der extrem klare und weit im Vordergrund stehende Gesang in 'Exit Music (For A Film)' oder das verzerrte Schlagzeug in 'Airbag'. |
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Zu den Songs:
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