CD-Kritik Zur Startseite

Readymade


It doesn´t make sense


Wenn ´Low Fi´ gewollt mindere Sound-Qualität meint, dann ist dies ein Low Fi-Produkt: es klingt ein bißchen so, wie wenn man sich durch die riesigen Betonröhren auf den Spielplätzen meiner frühen Jahre anschrie.

Auf den ersten 'Hör' dachte ich, Readymade sind eine typisch deutsche Britpop-Band, und ein bißchen was haben sie auch davon: niedliche, flockige Melodien zu beschwingt frohlockenden Gitarrenriffs. Die kommen allerdings genauso oft aus böse schrammelnden Saitenträgern, werden noch dazu gern durch diverse Verzerrer gejagt und rutschen so unversehens in den dunklen, breiigen Noise-Tümpel: aber wenn sie vielleicht auch nicht in Milch schwimmen, bleiben sie doch zumindest an der Oberfläche. Will sagen: es ist nicht so schlimm, daß sich das Songmaterial auf Nimmerwiedersehen verabschiedet, aber lärmen tut´s doch. Ja, Noise-Pop ist wohl die richtige Kategorie oder Melo-Metal...

Der Sound ist an der ganzen CD noch das Frischeste, der Rest ist mir zu flach. Pop goes Metal goes Noise ist (Gähn) seit Nirvana ein alter Hut, und die abgezirkelten Harmoniefolgen sind manchmal so geometrisch wie ein Karobild von Vasarely, das optisch allerdings ungleich besser kommt als die akustische Variante: Readymade bewegen sich z. T. schon in Reichweite des Postrock, zumindest klingen sie reichlich postinnovativ. Das demonstrativ leidende bis gelangweilte Genöle des offenbar angelsächsischen Sänger macht das nicht unbedingt besser.Fazit: Daumen runter!

(Katja Preissner)


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