CD-Kritik Zur Startseite

Red Hot Chili Peppers

By The Way

(Wea) [7-02]

Mit allen Erwartungen gebrochen und alle Erwartungen erfüllt. Oder, um es mit Herbert Grönemeyer zu sagen: Bleibt alles anders. Red Hot Chili Peppers gehören zu den wenigsten Bands, die es schon vor Jahren geschafft haben, einen eigenen Sound zu kreieren, der unverrückbar mit ihnen verbunden ist. Schon mit dem Atemholen von Anthony Kiedis weiß man sofort, welche Band gerade am Werke ist. Kiedis' typischer Sprechgesang (wie immer mit atemberaubender Schieflage), Fleas ausgefeiltes Bassspiel, John Frusciantes beseelter Gitarrenton - alles ist auf "By The Way" vorhanden, aber die Band hat sich von den Funk- und Zappelattacken der vergangenen Tage fast ausnahmslos verabschiedet.

Der Titelsong ist, wie im Vorfeld oft erwähnt, der härteste Track auf der Platte, lediglich "Can't Stop" haut nochmal ähnlich auf den Pudding. Ansonsten beherrschen liebliche Harmonien und sanfte Töne die Szenerie und es ist dem Quartett gelungen, so eindringlich und dicht zu musizieren wie noch nie. Obwohl gerade John Frusciante Meister des "Nicht-Spielens" ist, entsteht ein unheimlich dichter Klang, der getragen wird von einer fast magischen Atmosphäre. Kompliment hier auch an Produzent Rick Rubin, von dem ich ein solches Kunststückchen nicht mehr erwartet hätte.

Wer RHCP bislang als Kasper- und Zappelgruppe abgetan hat, muss allerspätestens jetzt umdenken. Was die vier Jungs hier präsentieren, ist ausgefuchst bis ins Letzte und klingt so unverschämt beiläufig und locker, dass der Albumtitel eine ganz positive Note gewinnt. Wir sehen uns in der Jahresbestenliste.

(dmm)

Red Hot Chili Peppers

One Hot Minute

(Warner) [10-95]

  Naja, sehnsüchtig darauf gewartet hatte man ja eigentlich nicht mehr. Nach doch schon vier Jahren seit der Veröffentlichung ihres Chart-Albums "Blood Sugar Sex Magick" war es aber doch plötzlich da. Auch mit neuem Gitarristen Dave Navaro (ehemals bei JANES's Addiction) hat sich im Universum der RED HOT CHILI PEPPERS keine Revolution abgespielt. Funk ist immer noch die Grundlage des Peppers-Sounds. Er steht zwar nicht mehr so dominant im Vordergrund wie bei allen Vorgänger-Alben, sondern ist vielmehr Basis, von der man sich immer weiter entfernt. Vielleicht ist das aber auch der Verdienst des neuen Gitarristen, der sich auf der Grundlage der Ur-Rhythmus-Gruppe voll entfalten kann und ein eindeutig abwechslungsreicheres Gitarrenspiel bietet als John Frusciante.

Aus der Kombination von alter Rhythmus-Gruppe und neuem Gitarristen schaffen die RED HOT CHILI PEPPERS ein reifes Spätwerk, das manchmal durch überraschende Stilvielfalt begeistert, andererseits aber auch durch zu gewollt wirkende Wendungen innerhalb eines Songs nerven kann. Aber nichtsdestotrotz: Toll ist das schon irgendwie!

(rk)

Cover Red Hot Chili Peppers


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