CD-Kritik Zur Startseite

The 69 Eyes

Paris Kills

(Roadrunner/Universal)

Dass ein Gothic-Rock-Album drollig ist, ist wahrscheinlich nicht so das Riesen-Kompliment, aber die Düster-Finnen von The 69 Eyes haben sich mit ihrem siebten Album nicht wirklich Mühe gegeben, Ernst genommen zu werden. An den zehn Songs gibt' zwar nix zu meckern, aber Sänger Jyrki borgt sich schon im ersten Titel das Timbre von Billy Idol und wechselt dann wahlweise zwischen Sisters Of Mercy- und Depeche Mode-Anleihen.

Leider verschwimmt auf den meisten Songs die Grenze zwischen Ironie und Selbst-Parodie und so wie die fünf Finnen auf "Paris Kills" loslegen, meint man, eine Persiflage auf alle Düster-Kapellen nördlich von Dänemark zu hören. Paris smiles...

(dmm)


The 69 Eyes

Blessed Be

(Poko Records Oy / Roadrunner)

"Gib mir den Kajal zurück, ich brauch' dein Gegrinse nicht..." Falls ihr in den nächsten Tagen nichts anderes vorhabt, als euch in eine Winterdepression zu stürzen, dann hört "Blessed Be". Seit HIM vergisst man zu gerne, dass es einen Haufen (finnischer) Bands gibt, die dem düsteren Rock schon länger frönen. Wer es weniger narzißtisch und dafür etwas härter mag, sollte Bands wie Sentenced oder eben The 69 Eyes antesten.

Die fünf Finnen dröhnen sich durch das Spannungsfeld zwischen Sisters Of Mercy und Type O Negative und machen nicht den Eindruck, als würden sie sich gerne in Pastell kleiden. Der Opener "Framed In Blood" ist wunderbar brachial, "Gothic Girl" poppig, "Sleeping With Lions" überraschend sanft. 11 Songs ohne Hänger mit einem ausgeprägten Händchen für knackige Melodien und krachige Umsetzung.

Es ist wie so oft: Nichts Neues auf dem "Schwarzmarkt", aber bei The 69 Eyes lohnt sich der Besuch definitiv.

(dmm)


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