CD-Kritik Zur Startseite

Schandmaul

Wie Pech & Schwefel

(F.A.M.E./BMG)

Ich geb's zum, ich hab' einen Narren an dieser Band gefressen. Vielleicht auch deshalb, weil der "Narrenkönig" bei meinen Kindern ganz weit oben steht. Dementsprechend oft werden Schandmaul bei uns zuhause bejubelt, nachgesungen und betanzt. Vielleicht ist es auch das, was die sechs Süddeutschen ausmacht – sie schmeißen dir zündende Melodien in den Gehörgang, pfropfen zu und lassen die Glücksdetonation folgen. Dabei werden sie beständig besser. "Wie Pech & Schwefel" klingt rockig direkt ohne die Folkeinflüsse zu leugnen. Besonders die Dudelsackeinsätze von Birgit Muggenthaler prägen den Sound der Band nach wie vor. Vom hymnischen Opener "Leb!" bis zum gefiedelten Rausschmeißer "Folk You" ohne Abstriche ein gelungenes Album.

(dmm)

www.schandmaul.de


Schandmaul

Hexenkessel

(F.A.M.E.)

Oh, was könnte man bei Schandmaul für Manierismen auspacken. "Haben jede Milchkanne betourt", "Die Bühne ist ihr Wohnzimmer" und so weiter. Trotz der Spielfreude haben die sechs Spielleute auch ein ordentliches Veröffentlichungstempo vorgelegt und präsentieren nach drei Studioalben ihre erste Livescheibe. "Hexenkessel" erscheint als einfache CD und als Special-Edition im CD/DVD-Doppelpack. Auch wenn ich persönlich "Seemannsgrab" und "Narrenkönig" auf der Livezusammenstellung vermisse, sind die 14 Titel ein mitreißendes Erlebnis. Speziell zum Ende hin, ab "Herren der Winde", steigert sich die Band für die letzten drei Songs fast in einen Rausch und zeigt endlich mal etwas mehr Zähne als auf den zuweilen etwas zahmen Studioplatten. Überraschungsarm aber hoher Spaßfaktor.

(dmm)

 

 

Schandmaul

Narrenkönig

(F.A.M.E./BMG)

Rund ein Jahr nach ihrem Debüt-Album sind die Happy-Schergen von Schandmaul mit einem neuen Werk zurück. Grundsätzlich ist alles beim Alten geblieben, es fällt nur auf, dass der Gesang nicht so deutlich im Vordergrund steht wie beim Vorgänger "Von Spitzbuben und anderen Halunken", was zu Gunsten eines etwas raueren Gesamtklanges geht. Ohne den düsteren Mittelalter-Max zu machen oder sich anderen seltsamen Peinlichkeiten hinzugeben, macht das Sextett genau das, was Gaukler und Spielleute tun - unterhalten.

Sympathisch und unverkrampft erzählen sie die Klassiker der Mythen- und Märchenwelt: von Frauen mit schuppigen Füßen, die Seemänner in die Tiefe locken, und von Prinzessinnen, die zum Lachen gebracht werden müssen. Wer sich darauf einlässt und das Album zum Beispiel am Morgen hört, hat den ganzen Tag den Kopf voller Melodien und ein Lächeln auf den Lippen. Für einen durchschnittlichen Novembertag ist das mehr als man erwarten kann.

(dmm)

 


Schandmaul 

Von Spitzbuben und anderen Halunken

(F.A.M.E. Recordings/BMG )

Eigentlich dachte ich, ich wäre Mittelalter-müde und dann kommt eine Band daher, die das Rad der Mittelalterbands wieder zurück dreht. Schandmaul sind Spielleute, Gaukler im eigentlichen Sinne, sie suchen ihr Heil nicht in der Verquickung mit metallischen Riffs und gepressten Vocals, sondern in der Verschmelzung von Fantasy-Texten und eingängigen Melodien.

Ganz klar von akustischem Ursprung, mit Schalmeien, Flöten und anderen mittelalterlichen Instrumenten gut ausgestattet, legt die sechsköpfige Combo einen ordentlichen Tanz auf's Parkett. "Von Spitzbuben und anderen Halunken" ist hochgradig mitreißend und geht unverschämt gut ins Ohr. Die Texte sind klassische Spielmannsthemen und erinnern manches Mal an Oma's Märchenstunde, fügen sich aber gut in das Gesamtbild der Band ein. Und geben wir es doch zu - in jedem von uns steckt ein kleiner Ritter und Drachentöter.

(dmm)


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