CD-Kritik Zur Startseite

Solex


Solex vs. The Hitmeister


Ene mene miste, was rappelt in der Kiste? Ein Act aus Amsterdam: Solex alias Elisabeth Esselink, die vom Label Matador aufgrund eines unaufgefordert eingesandten Demo-Tapes gesignt wurde! Das gelang zuletzt Liz Phair - und nun eben Solex.

Matador ist bekannt für eher spleenige Sounds, und da paßt Solex mit ihrem halb-experimentellen Elektronik-Werk ganz gut rein. Das mit dem "Rappeln" war schon ernst gemeint: die Songs kommen meist etwas holprig, industrial-mäßig und fast monoton daher, das ist aber erst die Basis! Darüber entspinnt sich ein Gewebe aus zuckersüßen Melodien, feenhaft geleiertem Gesang, Geräuschcollagen und Synthie-Begleitung. Insgesamt klingt alles irgendwie abgezirkelt und naiv-gleichmäßig nach Art von Spieluhr-Liedern: Musik, wie am Reißbrett konzipiert (fehlt nur noch das Wort "Pattern"!). Und trotzdem: die Songs fangen alle an zu schwimmen (und erinnern mich prompt an die futuristischen, mega-großen gefliesten Schwimmbäder mit haushohen Untiefen aus den Träumen meiner Jugend...), und am Ende verschmelzen sie zu einer zähen Melange aus Rhythmus, Melodie und viel, viel Atmosphäre - ich schwanke noch zwischen einem musikalischen Atlantis oder einfach nur "Untergrund" ("Untergrund" paßt immer!), jedenfalls ziemlich urban. Kommt laut bestimmt nicht schlecht!

(Katja Preissner)


Zum Hinternet-Weblog Zum Kalender Galerie zum Archiv Impressum