CD-Kritik Zur Startseite

Stonesour 

Stonesour

(Roadrunner/Universal)

Oh, wie hab' ich sie alle satt, die Bands mit weggedrehten Augen und wirren Haaren. Jetzt beglücken uns zwei unmaskierte Iowaner mit ihren Sideprojects. Joey Jordison, der Schlagzeuger von Slipknot, hat zwar die Maske abgezogen, kann aber mit seiner Combo Murderdolls trotzdem nicht am Innovationswettbewerb teilnehmen. Im Vorfeld disqualifiziert wegen stumpfsinnigen Bedienens einer Erwartungshaltung. Ähnlich tumbes habe ich von Slipknot-Chef-Schreihals Corey Taylor erwartet. Fast zeitgleich bringt er sein Nebenprojekt Stonesour an den Tag und gönnt dem Zuhörer deutlich mehr Abwechslung zum Bandimage.

Der Opener "Get Inside" wird zwar auch ordentlich geprügelt, aber die folgenden zwölf Tracks offenbaren mehr Melodie, als man im Vorfeld erwartet hätte. Logisch gibt's auch hier dicken Hals, dicke Hose und dicke Gitarren, aber Stonesour platzieren sich selbstbewusst in der Riege von Bands wie Drowning Pool oder Adema. Irgendwann habe ich dann auch beim Hören vergessen, dass hier einer der Ober-Weirdos von Slipknot am Werk ist und dann macht "Stonesour" wirklich Spaß. Die Ballade "Bother" oder auch Reißer wie "Monolith" oder "Take A Number" sind amtliche Rocksongs. Das Werk ist zwar keine Offenbarung, aber zumindest eine handfeste Überraschung.

(dmm)



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