CD-Kritik Zur Startseite

Studio Braun

Fear Of A Gag Planet

(BMG)

Die Jerky Boys machten den Anfang. Ein paar verrückte New Yorker, die in den Neunzigern Firmen wie Privatleute mit gefakten Anrufen nervten, die Gespräche auf Band mitschnitten und auf CD veröffentlichten. Was im multikulturellen New York funktionieren kann, das sollte auch in Hamburg, dem deutschen Tor zur Welt, möglich sein. So kam es, dass Heinz Strunk, Hans Fuchs und Bims Brohm mit Telefonbuch, Kassettenrekorder, Telefon und viel Unsinn im Kopf bewaffnet ihre neue Mission in Angriff nahmen. "Fear Of A Gag Planet", in Anlehnung an Public Enemys vielleicht bestes Album "Fear Of A Black Planet", ist der dritte Streich von Studio Braun. Man könnte sagen, sie haben kräftig einen an der Waffel. Und dass sie mitunter die Grenzen des guten Geschmacks touchieren. Aber eins ist klar: Es macht ungeheuren Spaß, ihnen bei diesen verwegenen Telefonaten zuzuhören. Schon mal neben der Landebahn am Flughafen gestanden und den Ohrenarzt angerufen, um einen Termin zu bekommen? Eben.

(kfb)

 

Studio Braun

Gespräche II

(BMG Ariola)

Es ist unglaublich, wie dämlich zum Teil die Menschheit ist. Zumindest könnte man zu dieser traurigen, gar deprimierenden Auffassung gelangen, hört man sich "Gespräche II" des Telefon-Trios Studio Braun an. Nur wenige ihrer Opfer blicken durch und erkennen, dass sie einen ganz großen Knopf an die Backen genäht bekommen. Ein unglaubliches Szenario spielt sich da teilweise ab. Wer die New Yorker Telefon-Terroristen The Jerky Boys kennt, kann sich gut vorstellen, was hier auf ihn zukommt. Da werden zwei Familienmitglieder zum Zwecke einer Familienzusammenführung per Konferenzschaltung verkoppelt, einem Mann werden zehn Freiminuten von der Telekom angeboten, um kostenlos in die weite Welt zu telefonieren, ein Landwirt will seine Kotelettstanze anpreisen, mit der lebenden Rindern Koteletts entnommen werden können, eine Telefonsexdame wird zu Steuerfragen interviewt oder das Bundesnamensregister Kassel überprüft im Rahmen der neuen Rechtschreibreform sämtliche Tierhausnamen, so zum Beispiel bei Frau Gänslein. Alles völlig normale Gesprächsthemen wie wir sie alle aus dem Alltag kennen, oder? Studio Braun hat sich wirklich den aller größten Mist ausgedacht, um die Menschheit hinters Licht zu führen. 30 Tracks, die mal mehr oder weniger lustig und zwergfellreizend sind, aber immer die irrsinnige Leichtgläubigkeit der betroffenen Menschen brutal zur Schau stellen.

(kfb)

 

Cover Studio Braun

Datenschutz
Zum Hinternet-Weblog Zum Kalender Galerie zum Archiv Impressum