CD-Kritik Zur Startseite

Sugababes 

One Touch

(London/Wea)

Da sind sie also, die drei hübschen Schülerinnen aus England, die es von der Schulbank direkt in die glitzernde Welt des Pop geschafft haben und bei denen man als Mann manchmal doch Gewissensbisse bekommt, ob man nicht irgendwie pädophil ist.

Keisha Buchanan (16 Jahre), Mutya Buena (15) und Siobhan Donaghy (16) hatten sich vor drei Jahren auf einer Party kennen gelernt und schnell gemeinsame musikalische Interessen entdeckt. Seitdem sind sie unzertrennlich und nach der Schule tummelten sie sich nicht auf dem Spielplatz, sondern im Studio und tüftelten an ihren Songideen. Die Betonung liegt auf ihren, denn die Sugababes schreiben ihre Stücke größtenteils selbst und verlassen sich nicht auf erfolgreiche Hit-Produzenten. Die Frage ist aber: Lohnt sich die Anschaffung ihres Debüts "One Touch" oder genügt der Erwerb der Single "Overload"?

Eins steht fest: Die Drei können singen und gute Songs schreiben und "Overload" ist zweifelsohne das Beste, was ihr Debüt bereithält. Das heißt nicht, der Rest sei überflüssige Durchschnittsware und könnte ungeachtet übergangen werden. Nee, nee. Zwar ist "One Touch" kein revolutionäres R'n'B/2 Step-Album, dafür aber eines, auf das die drei Girls (Ist das nicht ein selten beschissener Ausdruck, meine Damen und Herren?) aufbauen können. Es klingt frisch und unverbraucht, und die Songs "Same Old Story", "Look At Me", "Run For Cover" und "Soul Sound" werden bestimmt bald in den Charts auftauchen und bei jedem, der glaubt cool zu sein, im Player rotieren. Es wird sich zeigen, wie sich das Trio in den kommenden Jahren entwickeln wird. Was schon jetzt für sie spricht sind die Ehrlichkeit und die gute Selbsteinschätzung, mit der sie bislang aufgetreten sind. Sie können über sich lachen und sie wissen ganz genau woher sie kommen und wozu sie in der Lage sind. Diese Gabe ist einigen ihrer Kolleginnen bereits lange verloren gegangen.

(kfb)

 


Zum Hinternet-Weblog Zum Kalender Galerie zum Archiv Impressum