CD-Kritik Zur Startseite

Sugar Ray

In The Pursuit Of Leisure

(Eastwest)

Eins vorweg: Sugar Ray ist nicht mehr die Band, die sie einmal war. Das soll eine völlig wertfreie Aussage sein. Dieser Umstand hatte sich bereits auf dem 2001er Album "Sugar Ray" abgezeichnet. Gitarren- und Funkrock wurden in die Mottenkiste verfrachtet und durch Pop ersetzt. Es wäre allerdings ein Fehler, Sugar Ray Verweichlichung und Harmlosigkeit vorzuwerfen. Smarte Songs schreiben sie nach wie vor. Nachzuhören auf "In The Pursuit Of Leisure". Da wäre zum Beispiel "Heaven", eine wunderschöne Sommer-Sonne-Strand-und-Meer-Ballade, bei der eine Gastsängerin namens Esthero zum Zuge kommt. Unwiderstehlich auf Party getrimmt ist "Mr. Bartender", die erste Singleauskopplung. Hier haben Sugar Ray klammheimlich Sequenzen aus dem Sweet-Hit "Love Is Like Oxygen" drunter gemischt. Ein Gast hört auf den Namen Shaggy und ja, es ist der bekannte Frauenliebhaber aus den Charts. Er setzt dem düster-traurigen "56 Hope Road" die Dancehall-Krone auf. Brillant!

(kfb)

Sugar Ray 

Sugar Ray

(Atlantic / Eastwest )

Sugar Ray sind das musikalische Pendant zu Popcorn-Kino: Zurücklehnen, berieseln lassen, nur nicht zuviel nachdenken. Dass man diese Art von Unterhaltung ab und zu braucht, ist unbestritten, aber über die ganze Lauflänge ist es etwas anstrengend, dass man das Hirn überhaupt nicht einschalten muss, um dieses Album zu begreifen. Irgendwie hat sich die Band selbst ein Bein gestellt mit dem Versuch, Allen zu gefallen. Auf der anderen Seite, wenn man von Nord nach Süd, von Ost nach West ein paar Millionen Menschen "ganz gut" gefällt, ist das ja auch nicht verkehrt. Und es gibt auch nicht ernsthaft was zu meckern an ihrem Power-Pop mit Reggae-Einflüssen. Gerade die erste Single "When It's Over" oder auch der Opening Song "Answer The Phone" gehen direkt ins Ohr, drehen da drei Pirouetten - und sind sofort wieder draußen. Im weiteren Verlauf dominieren die Reggae- und Ska-Einflüsse und die Bratz-Gitarren treten in den Hintergrund, aber dann wird es zusehends schwerer, die Songs auseinander zu halten. Und wenn dann das Album nach 40 Minuten vorbei ist, fällt es auch niemand wirklich auf.

(dmm)

 

 


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