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Supersuckers

The Evil Powers Of Rock'n'Roll

(Koch)

Als ich den Albumtitel schon las, war mir klar, dass hier die Kuh fliegt. Ich bin dafür, dass die Supersuckers gerechterweise einen Preis bekommen. Hier weiss man nämlich gleich, was man geboten bekommt. Nicht Katze im Sack kaufen und so...

War "Must've Been High" noch ein gelungener, wenn auch überraschender Ausflug in den Wilden Westen, sprich Country, haben sich die Supersuckers in diesem Jahr wieder ganz auf ihre ursprüngliche Vorliebe besonnen: dem Rock'n'Roll. Zwar ist "The Evil Powers Of Rock'n'Roll" ein viel zu kurz(weilig)es Vergnügen - gerade mal 35 Minuten hat die Scheibe zu bieten - dafür haben es die Songs in sich. Tief Luft holen und durch. Kaum erklingt der erste Ton, da wackeln schon die Wände, die Bierdosen hüpfen im Kühlschrank frohlockend im Takt, der Putz beginnt von den Wänden und den Decken abzublättern. Die Eltern indes halten sich die Ohren zu. Ja, so muss Rock'n'Roll klingen.

Gib's mir! Mehr! Ja! Noch mehr!

(kfb)

 

 

Supersuckers

Must've Been High

(Sub Pop) [4-97]

Im Beipackzettel des Labels SubPop zur neuen CD der Supersuckers heißt es:
"Ob es Dich interessiert oder nicht. Die Supersuckers machen was sie wollen. Ohne Dich zu fragen, haben sie ihr neues Album Must've Been High genannt. Und ohne mit Dir Rücksprache zu halten, haben sie daraus ein astreines Country Album gemacht. Die Supersuckers wären nicht die Supersuckers, wäre dieses Album nicht supercool geworden. Sie haben Must've Been High so eingespielt, wie man ein echtes Country - Album einspielen muß. Nach einem Tag voller harter Arbeit haben sie sich abends zusammengefunden und alles gegeben. Das klang schon mal nicht schlecht. Dann haben sie sich professionelle Outlaw-Musiker gemietet, um ihre Fehler zu kaschieren.."

Findet ihr es supercool, die eigenen Fehler von Musikern, die man mieten kann, kaschieren zu lassen? Das macht die 13 Songs eben nicht spannender. Die CD bleibt total berechenbar, Country von der konventionellen Art, ohne die Spannung, die ich mir erhofft habe von einer Band mit Punk-Attitude. Schöne Songs auf jeden Fall, im Hintergrund schön zu hören. Sucht man nach Individualität - Fehlanzeige. Einer der Gastmusiker, Brantley Kearns (aus der Band von Dwight Yoakam) kümmert sich hier um Gitarren, Steel Guitars, Dobros und Banjos; das klingt der Musik der Supersucker emotional so verbunden wie Lucky Luke mit Clint Eastwood.

Wären die Supersuckers so supercool, hätten sie auf solche Hilfe verzichtet oder aber Country ist gar nicht so ihr Ding, obwohl sie aus Texas kommen und Cowboy Hütte tragen; denn brauchen echte Outlaws jemals Hilfe? Stimmung kommt nur beim hidden track am Ende der CD auf, wenn die Supersuckers rocken bis sie die Cowboyhüte nicht mehr auf dem Kopf halten können.

(ws)

 

Cover Supersuckers Must've been high
Supersuckers
Sacrilicious
(Sub Pop) [10-95]
Ihren Namen haben sie von einem Pornofilmtitel abgeschaut, sie trinken gerne Budweiser und ihr Produzent heißt Paul Leary, seines Zeichens Frontmann der legendären Butthole Surfers. Man kann sich lebhaft vorstellen was bei solchen Indizien im Studio abging, wenn man den 14 Titeln lauscht. Hier wird in bester Stoogesmanier der heutigen Medien-Hülse Punkrock neues Leben eingehaucht und an manchen Stellen meint man sogar GG Allin wäre aus dem Totenreich zurückgekehrt um bei der Produktion mitzufeiern.

Aber ganz so primitiv wie bei anderen "Drink Fight And Fuck"- Scumpunkern geht es bei den Supersuckers nicht ab. Bei dem Song "My Victim" überrascht ein Big-Band Bläserarrangement und "Don't Go Blue" ist Willie Nelson pur (kein Wunder, steuerten die Supersuckers einen Song zu einer Willi-Nelson- Tribute-Compilation bei).

Ansonsten ist Party angesagt und zwar von der "In- den- Swimmingpool-des-Nachbarn-kotzen"-Sorte. Nichts sensationell Neues aber solider Skaterpunkrock.

(fred)

 

Cover SUPERSUCKERS


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