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Tiamat


Skeleton Skeletron


(Century Media)

Würde man Tiamat-Mastermind Johan Edlund Böses wollen, könnte man z.B. darüber schreiben, daß er ein ganzes Album aufnehmen kann, ohne ein einziges Mal zu singen. Oder, daß seine Keyboard-Harmonien immer etwas ähnlich klingen; aber nur, wenn die Songs nicht von Sisters Of Mercy "entlehnt" sind. Aber wer will dem schwedischen Großmeister schon Böses? Nachdem er 1997 mit "A Deeper Kind Of Slumber" die Zuhörer in eine Traumwelt aus Klängen entführte, hat er für sein neues Opus die E-Gitarre und den Refrain als Stilmittel wiederentdeckt. Und die vermeintlichen Schwächen von "Skeleton Skeletron" sind seine Stärken: Edlund's monotoner Sprechgesang und die fast themenartig wiederkehrenden Harmonien schaffen eine intensive Atmosphäre, der man sich schwer entziehen kann. Und Andrew Eldritch wäre wahrscheinlich heilfroh, wenn er heute noch Songs wie "Brighter Than The Sun" schreiben würde. Auch das hymnenhafte "For Her Pleasure" ist melodisch und einprägsam bis zum Abwinken ohne sich anzubiedern. Die gravierendste Veränderung zum Vorgänger-Album sind zweifelsohne die Lyrics. Kryptik adé - die Texte sind (fast) ohne Interpretationsspielraum. Dafür ist die Musik um so breiter gefächert. Wer sich nicht vorstellen kann, wie eine ehemalige Death-Metal-Band Pink Floyd und 80er-Jahre-Düster-Bands unter einen Hut bekommt, der sollte in "Skeleton Skeletron" unbedingt reinhören.

(dmm)

 

 

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