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Today Is The Day

Sadness Will Prevail

(Relapse/SPV)

Eine ganz persönliche Nachricht an Herrn Steve Austin, den Kopf von Today Is The Day:

"Herr Austin, ich war lange ein großer Fan ihrer Band, die sich stets darauf verstand, Musik fernab des Massenstroms zu produzieren. Selbst ihre letzten, durchaus schwierigen Veröffentlichungen konnte ich mit Genuss hören. Doch mit dieser Doppel-CD haben sie selbst meinen weiten Horizont überschritten. Sie überfordern mich mit – verzeihen Sie es mir den Ausdruck – kranken Soundcollagen, die ich keineswegs nachvollziehen kann."

"Okay, hier und da gibt es einige Lichtblicke, Momente, in denen ich glaube, dass in Ihnen ein toller Songschreiber schlummert, der vor Jahren dem Noise Rock verpflichtet war. Dann aber versuchen Sie wieder, Mike Pattons schon derart irrwitzige Ideen zu toppen und veranstalten einen Krach, der für mein Empfinden mit Musik nichts mehr zu tun hat. In diesen Momenten muss ich mich dann leider verabschieden und die weiße Fahne heben. Schade, dass dies so oft passiert, wenn ich mir "Sadness Will Prevail" anhöre.“

(kfb)


Today Is The Day

Live Till You Die

(Relapse/SPV)

What a sick bastard, but that's why we all love him.
Today is The Day kommen einfach nicht zur Ruhe und legen ein Raritäten/Livealbum vor, das sich gewaschen hat. Von obskuren Coverversionen von Bad Company, Chris Isaac und The Beatles über eine Akustikversion von "Ripped Off" bis hin zu live im Radio dargebotene Tracks. Anfang der Neunziger hatte Steve Austin (Gesang, Gitarre, Samples) die Band gegründet und nach unzähligen Line-up-veränderungen hat er nunmehr in Brann Dailor (Drums) und Bill Kelliher (Bass) zwei scheinbar längerfristige Partner gefunden. Sicherlich ist die Zusammenarbeit mit Austin kein leichtes. Verfolgt man die Karriere von Today Is The Day, von ihren Anfängen als Noise-Band, die sich immer weiter ins extreme Metal Edge/Grindcore-Lager vorarbeitete, und hat man Austin schon einmal live auf der Bühne erlebt, wie er, von Tattoos übersäht, auf der Bühne steht und den sicken, brüllenden Frontmann mimt, wird einem fast Angst und Bange. Aber darauf ist Austin wohl aus, der mit "Live Till You Die" einmal mehr seine Fans überraschen, gar schockieren wird.

(kfb)

 

Today Is The Day

In The Eyes Of God

(Relapse/Zomba)

Vom zukunftsweisenden Noise Rock zum Satanismus. Das ist die teuflische Gradwanderung von Today Is The Day mit wenigen Worten ausgedrückt. Wer sie damals verehrte, wird kaum mehr der musikalischen Entwicklung von Mastermind Steve Austin folgen können/wollen. Der Grund für diese radikale Neuorientierung ist nicht bekannt. Wahrscheinlich war es der Austin immer schon angeborene Drang zum Extremen. Er wollte wohl mehr als nur einer der vielen kranken Noise Rocker sein und weitere Maßstäbe setzen. Und so kam es, dass er mit einem Schlag Eyehategod und Neurosis zu Weicheiern degradiert und der Grenze des Erträglichen viel zu nahe kommt - sie aber nicht überschreitet. Eins ist gewiss: "In The Eyes Of God" hört sich niemand an, der an einem sonnigen Morgen eine schöne CD zum Frühstücken hören möchte. Krank, pervers und selbstmordgefährdet muss Mann/Frau allerdings ebenso wenig sein. Der Versuch, negative Energie aufzusaugen und dem Hörer ins Gesicht zu rotzen ist Austin und seinen beiden Mitstreitern auf jeden Fall geglückt.

(kfb)

Cover

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