CD-Kritik Zur Startseite

Yes 

Magnification

(Beyond Music / Eagle Records )

Es hätte sooo schön sein können. Die Art-Rock-Echsen Yes nach 21 Jahren wieder gemeinsam mit einem Orchester. Nicht, dass in den vergangenen Jahren keiner versucht hätte, Rockmusik und Orchester zusammenzubringen. Aber Yes bringen, zumindest theoretisch, die Voraussetzungen mit, um daraus eine interessante CD werden zu lassen. Direkt beim Opener "Magnification" kommt die totale Ernüchterung: Warum spielt man mit einem Orchester, wenn die Streicher klingen, als wären sie aus Plastik und obendrein das Schlagzeug abgemischt ist, als würde einer auf eine mit Pergament bespannte Ariel-Trommel hauen? Das Orchester wird zwar im Laufe der CD besser in Szene gesetzt, setzt dann aber auch nur klangliche Highlights, weil das Songmaterial komplett hinter den Erwartungen zurück bleibt. In der Besetzung Jon Anderson, Steve Howe, Chris Squire und Alan White sind Yes 2001 mit ihrem neuen Album dermaßen flügellahm, dass es beim Hören richtig weh tut. Versteht mich nicht falsch, das Hören ist keineswegs schrecklich und das Album läuft gut durch, es bleibt aber völlig spannungsarm und Highlights-frei. Es ist mir ein komplettes Rätsel, wie es eine altgediente Band gemeinsam mit einem Orchester schafft, so im Mittelmaß zu bleiben. Während andere alte Hasen wie Pendragon oder IQ auch mit der neuen Prog-Garde zu kämpfen haben, liefern diese wenigstens noch überzeugende Songs ab. Das kann man von Yes im Moment nicht sagen.

(dmm)

 

 


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