Kurzkritiken
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Wertung

1 Fritte:
unterirdisch

10 Fritten:
grandios, Meisterwerk

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Kurzrezensionen 6/01

CD-Rezensionen - die langen

Aktuelle Kritiken

For Stars: We Are All Beautiful People

(Munich Records)

Spröder Akustik-Folk, der manchmal zu behäbig ist, um restlos zu überzeugen. Es kommt aber einer satten Überraschung gleich, wenn die Band nach 11 Titeln schlurfenden Wohlklanges beim letzten Track "If I Could" auf einmal Gas gibt, als müßte noch jemand den Bus erwischen. Wunderbares Ergänzungsfutter für Abhängige von Leisetretern wie Kings Of Convenience oder Turin Brakes.

(dmm, 7 Fritten)

 

Urban Tale: Urban Tale

(Frontiers / Point)

Journey! Mehr muss man zum Debüt des schwedischen Quintetts gar nicht sagen. Sänger Kimmo Blom klingt an manchen Stellen so sehr nach Steve Perry, dass dieser wahrscheinlich denkt, er wär's. "Passion Takes Over" oder "Runaway Train" hätten auch auf jeder Journey-Scheibe dabei sein können. Wer also seine alten Scheiben von Neal Schon & Co. Schon dünn genudelt hat, kann Urban Tale eine berechtigte Chance geben.

(dmm, 5 Fritten)

Gamma Ray: No World Order

(Metal-Is / Sanctuary)

Von Gamma Ray weiß man genau, was man zu erwarten hat. Die Band hat auch mit ihrem siebten Langeisen diese Erwartungshaltung nicht unterwandert und überrascht mit dem schnörkellosesten Album in der Bandhistorie. Wer von melodischem Power-Metal Krätze kriegt, soll weghören. Der Rest möge bitte Spaß haben.

(dmm, 7 Fritten)

The Calling: Camino Palmero

(RCA / BMG)

Zuerst die Frisur - dann die Songs. Warum gibt es so viele Major-Bands, die scheinbar diesem Credo folgen (müssen)? The Calling machen Ami-Poprock, neben dem Matchbox Twenty wirken wie echte Backstreet-Köter. Die fünf Jungs mühen sich zwar, kommen aber über nettes Radiofutter nicht hinaus.

(dmm, 4 Fritten)

Firebird: Deluxe

(Music For Nations/Zomba)

Bill Steer (ex-Napalm Death/Carcass), Ludwig Witt (Spiritual Beggars) und Leo Smee (Cathedral) sind weiterhin auf dem 70er Rock-Trip. Firebird geben sich auf ihrem zweiten Album erneut gerne der Nostalgie hin. Im Ansatz gut, in der Vollendung etwas zu schwach, da es zuhauf Stadtfest-Kapellen gibt, die das ebenso gut hinkriegen.

(kfb, 6 Fritten)

Balduin: Creative Cookery

(Crippled Dick Hot Wax/EfA)

Loops und Beats genügten Balduin, der in den Schweizer Alpen aufwuchs, um seine kreativen Kochkünste in die Tat umzusetzen. Das Menü besteht fast ausschließlich aus Nu Jazz-Zutaten, die den oben genannten elektronischen Weg auf den Teller des Hörers gefunden haben. Eine gelungene Abwechslung für den Magen.

(kfb, 7 Fritten)

Sally Oldfield: Flaming Star

(New World Music/Indigo)

Sieben neue Songs und eine überarbeitete und längere Version von "Mirrors" (aus dem Jahre 1980) hat Sally Oldfield auf "Flaming Star" anzubieten. Die Kompositionen stehen ganz im Zeichen ihres "spirituellen Wachstums", d.h. sie klingen esoterisch und weltmusikalisch. Mit der Zeit aber auch unheimlich langweilig und banal.

(kfb, 2 Fritten)

Aavikko:  Multi Muysic

(Hawaii Sounds/Spinefarm/Indigo)

Zweites Album der drei Finnen mit den zwei Elektroorgeln. Instrumentaler Easy Listening jetzt mit gelegentlichem Saxofon: Ein Flipperautomat auf Acid. (und ein weiterer Beweis: die Finnen sind die Japaner Europas).
-->ausführliche Rezension.

(bg, 7 Fritten)

Sum 41: All Killer, No Filler

(Mercury / Universal)

Das mit den Killern ohne Füllern haben Sum 41 irgendwie falsch verstanden. Hundsgewöhnlicher Spaß-Punkrock von vier stylishen jungen Kerlen aus Toronto, die in einer Nichtig-Liga mit Blink 182, Offspring und all den Kaspern spielen.

(kfb, 3 Fritten)

Lemonator: The Waltz

(Odor/Spinefarm/Indigo) (VÖ: 13.8.)

Vier Finnen spielen Britpop, täuschend echt und abwechslungsreich zwischen melancholisch und treibend. Meist hymnisch, gelegentlich wie Jack ohne Glamour. (neue Hinternet-Theorie: die Finnen sind die Japaner Europas).

(bg, 7 Fritten)

Sebastien Tellier: L'incroyable Vérité

(Record Makers / Virgin)

Die Label-Info verspricht, dass man auf diesem Album "einen Hund singen, eine Frau schreien und Beine wachsen" hört. Außerdem hört man viele verrückte Sounds, gute Ideen und die Unfähigkeit einen Spannungsbogen aufzubauen. Alle 11 Songs beginnen genial, um dann in minutenlanger Gleichförmigkeit zu versickern. Kopfhörer-Album.

(dmm, 6 Fritten)

 

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Die Kurzrezensionen im Juli 2001

 

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