Kurzkritiken

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Wertung

1 Fritte:
unterirdisch

10 Fritten:
grandios, Meisterwerk

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Kurzrezensionen

8/01 - 7/01- 6/01

CD-Rezensionen - die langen

Aktuelle Kritiken

 

Mike Harrison meets the Hamburg Blues Band: Touch

(Ruf Records)

"Touch" - schöner Titel für ein unspektakuläres, aber berührendes Album. Rhythm'n'Blues vom Feinsten, ordentlich abgehangen, sauber gespielt, mit einigen wirklich starken Songs wie den beiden Balladen "Perfect Day", "There's A Road" und dem kraftvollen Live-Titel "Waiting For The Wind".

(dmm, 6 Fritten)

Virtue: Virtuosity!

(Zomba)

Wer auf trällernde Trios á la TLC oder Destiny's Child steht, wird hier in einer etwas sanfteren Variante bedient. Singen können die drei Mädels und auch das Songmaterial ist recht ordentlich. Schade, dass das Album etwas anorganisch klingt; dass es auch anders geht, beweisen die erwähnten Vorbilder.

(dmm, 6 Fritten)

Justin Robertson: Revtone

(Nuphonic/Zomba)

80er Pop-Charme, Disco-Klänge, House - Südamerika, Chicago, New York fallen in einem Studio in Edinburgh zusammen, wo Justin Robertson dieses Album in Angriff nahm. Am Die erste Hälfte der Platte ist klasse. Zum Ende hin wird es eintöniger.

(kfb, 5 Fritten)

Rhythm & Sound: Rhythm & Sound

(Rhythm & Sound/EFA)

Minimal-Techno aus dem Hause Rhythm & Sound auf dem Label Rhythm & Sound - da muss man sich nicht merken. Eine Zusammenstellung von zehn (neu überarbeiteten) Tracks, die in den vergangenen Jahren auf Vinyl erschienen sind. Klingt wie Stefan Betke alias Pole auf bezirzender Dub-Exkursion. Sehr schön.

(kfb, 8 Fritten)

Beth Hirsch: Titles & Idols

(!K7/Zomba)

Die Stimme von Air ("All I Need", "Make It Easy") griff sich die Londoner Produzenten The Black Dog, damit "Titles & Idols" den glatten Feinschliff erhält. Akustisch und elektronisch zugleich. Nett, aber nicht wirklich spannend und fesselnd.

(kfb, 5 Fritten)

Neil Landtrumm: She Took A Bullet Meant For Me

(Tresor/EFA)

Auf dem Berliner Techno-Label Tresor erschienen just einmal mehr Soundkreationen von Neil Landstrumm. "She Took A Bullet Meant For Me" ist kein schnöder Einheitsbrei. HipHop, Elektro-Gefrickel und Breakbeats haben sich eingeschlichen und machen diese Platte richtig spannend.

(kfb, 7 Fritten)

Popium: Popium

(Music Network/Zomba)

Ganz große, bezaubernde Gitarren-Popmusik aus Norwegen. Popiums selbstbetiteltes Album weckt unter anderem Erinnerungen an Beach Boys, The Beatles, Oasis und Blumfeld (kein Scherz!). Frank Hammersland, der alle Songs im Alleingang geschrieben hat, muss ein Genie sein. Anders ist der sofortige Drang mitzusingen und zu tanzen nicht zu erklären.

(kfb, 9 Fritten)

Paul Kelly: Nothing But A Dream

(Cooking Vinyl)

Der Australier Paul Kelly ist ein altes Reptil. Seit 23 Jahren veröffentlicht er mit/in den unterschiedlichsten Bands/Konstellationen Alben. Seine 15. Platte bedient sich fleißig an allen Stiltöpfen und paradoxerweise findet er, trotz aller Vielfalt, sein Heil in den äußeren Enden seines Spektrums: Die spartanischen Balladen "If I Could Start Today Again" und "Smoke Under The Bridge" stechen genauso hervor wie das elektronisch düstere "Just About To Break". Alles, was dazwischen liegt mit Pop, Country-Anleihen und "sounds like Little Steven" Rock, kann nicht wirklich überzeugen und bleibt nur gutes Mittelmaß.

(dmm, 6 Fritten)

Dear: Nice Noizy Toys

(Music Network/Zomba)

Laust Sonne ist Schlagzeuger der wohl größten Rockband Dänemarks: D:A:D. Unter dem Pseudonym Dear hat er modernes Rock-Album geschrieben, nicht weit weg vom jüngsten Sound seiner Band. Etwas belanglos vielleicht.

(kfb, 5 Fritten)

Grave Digger: The Grave Digger

(Nuclear Blast)

"Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht." Hört man die neue Grave Digger, reift wieder mal die Erkenntnis, dass sich jemand getäuscht hat, als er Deutschland als das Land der Dichter und Denker bezeichnete. Wüstester Teutonen-Metal wie er schlimmer nicht sein könnte. Wenn Chris Boltendahl die Stampfer-Hymnen wenigstens in einigermaßen annehmbarem Englisch herauspressen würde, wäre es vielleicht erträglich. So kann man eigentlich nur sagen: "Chris, mir graut vor dir."

(dmm, 2 Fritten)

Shiner: The Egg

(De Soto/EFA)

Zwischen Emo und Indie pendeln sich Shiner auf ihrem vierten Album ein. Immer mit der nötigen Raffinesse und Verschrobenheit in der Hinterhand, grooven sie sich durch ein angenehm sperriges, aber doch melodiöses Album. Gut zum Nebenbeihören und zum Reinstürzen und Erforschen.

(kfb, 7 Fritten)

Centro-Matic: Distance And Clime

(Munich Records/Indigo)

Astreiner Schrammelrock mit in Akustik gegossenen Depressions-Einschüben. Klingt nett (Zugegeben, nett ist ein Schimpfwort, ich weiß.), nur der absolute Wohlfühlfaktor möchte sich nicht einstellen. Hat man halt schon einmal gehört.

(kfb, 5 Fritten)

The Bronx Casket Co.: Sweet Home Transylvania

(Massacre/Connected)

Mischt gut abgehangenes Heavy-Riffing mit Gothic und dem üblichen Mumpitz und ihre bekommt The Bronx Casket Co. Kopf hinter der Band ist DD Verni (Overkill), der sich hier zum zweiten Mal als Schwarzmäntelchen austobt. Neben vielen coolen Songs ist sogar ein echter Überhammer dabei herausgekommen: "Black Valentine" ist Pflicht. Wenn man das Album mit Humor angeht, hat man 56 Minuten komplett sinnfreien Spaß.

(dmm, 6 Fritten)

Boozie Boogy: Welcome To The Bogyland

(Nexus/Point Music)

Im Bogyland da hört der Mann gerne lustigen Punkrock und singt über geile Weiber, die ihm devot zu Füssen liegen. Nicht sonderlich produziert, aber so trashig, dass es fast (!) schon wieder gut ist. Das bezieht sich auf die Texte, die Musik und insbesondere das Artwork.

(kfb, 3 Fritten)

Her Space Holiday: Ambidextrous

(Clearspot/EFA)

Sie verstehen ihr Handwerk und verleihen auf dieser Remixscheibe den Originalen von Ruby, Elastica, Bright Eyes, Brave Captain und sich selbst einen eigenen Touch. Dieser rekrutiert sich aus Elektro, Postrock und drüber gespielten Klassikinstrumenten (Glockenspiel, Streicher, Klarinette und Harfe). Überaus angenehm und sehr anders; nicht zu vergessen: abwechslungsreich.

(kfb, 8 Fritten)

S.I. Futures: The Mission Statement

(Novamute/Mute/Virgin)

Uff, harter Tobak, was uns die Elektro-Terroristen S.I. Futures hier auftischen. Die Beats sind zügellos, Samples und Sounds kommen im "freien Stil" um die Ecke geschossen. Sehr bizarr, sehr verwirrend und gar nicht so gut nachvollziehbar; allerhöchstens für eingefleischte Warp Records-Freaks.

(kfb, 4 Fritten)

Gob: The Worl According To Gob

(Nettwerk)

Die Welt von Gob liegt in Kalifornien und erinnert verdammt noch einmal an die von NOFX, Offspring und all den anderen Hüpfmännchen mit ihren bunten T-Shirts und der widerlich guten Laune, die sie an den Tag legen.

(kfb, 2 Fritten)

 

Twin Obscenity: Bloodstone

(Century Media/SPV)

Der Anfang klingt vielversprechend, aber der uninspiriert grunzende Sänger zerstört mit seiner heißen Luft alles. Musikalisch gut, gesanglich unterste Death Metal-Schublade. Schade drum.

(kfb, 5 Fritten)

 

Phantom/Ghost: Phantom/Ghost

(Ladomat 2000/Zomba)

Thies Mynther und Dirk Von Lowtzow verbergen sich hinter dem merkwürdig betitelten Projekt Phantom/Ghost. Der melodisch-sanfte Gesang von Lowtzow und die programmierte Musik von Mynther erinnern phasenweise an eine der Gitarren beraubten Version der Schotten Arab Strap. Mit deren Indie/Elektro-Extravaganz sind sie jedoch nicht zu vergleichen, da Phantom/Ghost verstärkt Dancefloor- und Elektro-Elemente verwursten.

(kfb, 7 Fritten)

No Curfew: If

(Polydor)

Wären wir doch alle wieder 18 Jahre, dann könnten wir vielleicht verstehen, warum diese jugendliche, drittklassige College Rock-Band unter Vertrag genommen wurden. Machen sie doch genau dasselbe, was ihre Kollegen mit Flaum seit Jahr und Tag machen. Außerdem: Wer singt heute noch über kiffende Mitschüler, Eltern und Dinge, die man nicht tun sollte, die aber ungemein Spaß machen?

(kfb, 4 Fritten)

 

Solefald: Pills Against The Ageless Ills

(Century Media/SPV)

Moment, ich habe gleich: Death Metal, Black Metal und Progressive Metal. Alles Metal und schön verquirlt. Kickt nur leider nicht, sondern langweilt. Vielleicht lieber 'ne Pille einwerfen.

(kfb, 4 Fritten)

 

Krezip: Nothing Less

(Wea)

Holländischer Alternative-Rock-Fünfer mit starker Frauen-Beteiligung. Obwohl sie live die Menge in Fahrt bringen können (Haldern Open Air), versinken sie auf der Platten in Durchschnittlichkeit.
--> ausführlichere Kritik

(kfb, 5 Fritten)

 

Vision Of Disorder: From Bliss To Devastation

(Music For Nations/Zomba)

Ihr zweites Album war eine Enttäuschung, da mit dem Wunsch, härter zu klingen, die Innovation auf der Strecke blieb. Mittlerweile haben Vision Of Disorder einigermaßen die Balance gefunden. Sie befinden sich nunmehr in der goldenen Mitte von experimentellem Hardcore und Metal (Edge).

(kfb, 6 Fritten)

 

No Use For A Name: Live In A Dive

(Fat Wreck/SPV)

Die erste CD aus einer Reihe von Live-Alben auf Fat Wreck. No Use For A Name (mit Comic im Booklet) machen ihre Sache gut, punkrocken das Haus und peitschen die Menge zu Höchstform an. Jedes Bandmitglied durfte seine Faves zur Setlist beisteuern und obendrein das Misfits-Cover "Martian" und "Redemption Song" von Bob Marley.

(kfb, 6 Fritten)

 

The Real McKenzies: Loch'd & Loaded

(Honest Don's/SPV)

Sie klingen wie begeisterte Whiskey-Säufer, die Punkrock mit schottischer Folklore kreuzen. "Sex Pistols meet Scottish folk legend Robbie Burns", sagen die Mannen aus Vancouver in ihrem Bandinfo. Wer Levellers auf einem Punktrip erleben möchte...

(kfb, 6 Fritten)

 

Biohazard: Uncivilization

(Steamhammer/SPV)

Ein Wunder, dass es Biohazard noch immer gibt und sie noch nicht den Kopf in den Sand gesteckt haben. "Uncivilization" ist ein knallharter, tonnenschwerer Nu Metal/Hardcore-Brocken, auf dem die New Yorker keine Kompromisse eingehen. Mit Unterstützung von Phil Anselmo, Pete Steele, Sen Dog, Hatebreed und anderen Supportern im Rücken werden sie ihrem Tough Guy-Image gerecht.

(kfb, 6 Fritten)

 

Tantric: Tantric

(Maverick/Wea)

Maverick, finanziell etwas angeschlagenes US-Label, versucht den Grunge aufleben zu lassen. Drei ehemalige Days Of The New-Musiker zusammen mit Sänger Hugo Ferreira blicken zurück auf eine Zeit der abgeschnitten Jeanshosen, langen Mähnen und Holzfällerhemden. Ob das mehr Geld bringt, wenn man Alice In Chains nacheifert?

(kfb, 4 Fritten)

 

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Die Kurzrezensionen im August 2001

 


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