Interview

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"Ich bin nicht so der Dusch-Typ."

Götz Alsmann im Interview

3/4

Ich hätte jetzt ein paar Fragen zur Sendung "Zimmer Frei".

Nur zu.

Nach welchen Kriterien wählen Sie ihre Gäste aus?

Ich weiß es nicht genau, weil ich nicht an der Auswahl der Gäste beteiligt bin. Das macht die Redaktion. Ich habe aber ein Vetorecht, von dem ich bisher aber erst zweimal Gebrauch gemacht habe.

Ich würde jetzt natürlich nur zu gerne wissen, bei wem.

Das habe ich bereits selbst vergessen.

Sehr diplomatisch.

Man muss dazu sagen, dass auch manchmal ein Gast einspringt, wenn ein anderer unverhofft absagt. Es ist aber auch zu beobachten, dass mittlerweile viele zu uns kommen, die vor zwei Jahren nicht kommen wollten. Schließlich ist die Sendung sehr erfolgreich geworden und bietet den Protagonisten die Chance, sich eine Stunde lang darzustellen. Das kommt ansonsten im Fernsehen nicht mehr häufig vor.

Viele halten sich anscheinend für lustig.

Warum kommen manche Gäste in ihre Sendung, obwohl sie keinen Spaß zu verstehen scheinen. Ich denke da insbesondere an ... na, an einen Komiker...

Nur raus damit.

An Dirk Bach. Das ging nach hinten los.

Das kann man wohl sagen. Wir haben die Sendung auch jahrelang nicht gezeigt. Ja, warum tun die sich das an? Das ist eine gute Frage. Nun war die Sendung mit Dirk Bach auch dadurch gekennzeichnet, dass sie nicht optimal vorbereitet war. Er war sauer, dass er zum 20. Mal in einer WDR-Sendung war, und zum 20. Mal schenkt man ihm ein Stofftier. Das hat ihm nicht gefallen. Andererseits war das letztendlich nicht so dramatisch. Es ist ein Phänomen. Viele halten sich anscheinend für lustig. Zu meiner NDR-Zeit gab es auch Schauspieler, die meinten, sie könnten singen. Dann stellte sich heraus, sie hatten bis dahin lediglich beim Abwaschen Lieder aus dem Radio mitgesungen.

Wie geht es Ihnen heute, wenn Sie Dirk Bach treffen?

Vollkommen entspannt. Wir haben in der Zwischenzeit andere Projekte gemacht und uns dabei getroffen. Nein, wir haben persönlich keine Probleme miteinander.

Seitdem ich die Sendung gesehen habe, muss ich wegschalten, wenn ich ihn auf dem Bildschirm sehe. Ich bin da etwas gebrandmarkt.

Wollen Sie jetzt von mir negative Statements über Dirk Bach hören?

Nein, keinesfalls.

Ich kann es verstehen: Die Sendung war unglücklich. Das muss man einfach sagen.

Wie viele nicht ausgestrahlte Sendungen liegen derzeit im Archiv?

Eine einzige.

Und welche das ist, wollen Sie mir bestimmt nicht sagen.

Doch, das kann ich ihnen gerne sagen. Es ist die Sendung mit Cherno Jobatey.

Stimmt. Die liegt ja schon länger im Archiv. Ist wahrscheinlich auch einer ihrer Lieblingsgäste.

Ja, absolut.

Wer war denn ihr angenehmster Gast, und wer hat die besten Chancen in die WG aufgenommen zu werden? Udo Kier?

Udo Kier war ein sehr angenehmer Gast. Ich habe die Sendung leider selbst noch nicht gesehen. Es ist etwas völlig anderes, wenn Sie die Sendung viereckig sehen als sie selbst mitzuerleben. In letzter Zeit waren sicherlich sehr angenehme Gäste da: Annette Frier oder gestern Abend die Aufzeichnung mit Oliver Kalkofe. Charlotte Roche war auch klasse. Das war ein gutes Gefühl an dem Abend. (blättert kurz in seinen Unterlagen und fliegt über die Liste der letzten Sendungen) Ich sag mal, Christine Kaufmann war jetzt nicht so der Bringer. Patrick Lindner? (überlegt)

Auf die freue ich mich schon.

Genau. Die liegt schon eine Weile rum. Das ist die Letzte vom letzten Jahr. Aber die hat wenigstens einen Sendeplatz.

Wie oft schon hatten Sie in einer Sendung zu viel getrunken? Ich kann mich an eine Folge mit Claudia Jung erinnern, in der es fröhlich und heiter zuging.

Da liegen Sie absolut richtig. Gestern Abend war auch so eine Sendung. Das lag daran, dass wir mit Oliver Kalkofe einen Wettbewerb machten. Es ging darum, herauszufinden, wer sich am meisten Eierlikörsahne aus einer Sprühflasche in den Körper sprühen kann.

Wer kommt bitte auf solche Ideen?

Unsere Autoren. Dann ist natürlich mein sportlicher Ehrgeiz herausgefordert. Ich habe mit Abstand gewonnen. Mit dem Ergebnis, dass mir schlecht war und ich dieses Gefühl unmittelbar mit Unmengen an Wodka bekämpft habe. Ich fragte mich danach: War das jetzt so gut? Aber wahrscheinlich war es das.

Ärgern Sie sich manchmal im Nachhinein über etwas, das Sie gesagt haben?

Nein, ich ärgere mich höchstens darüber, etwas nicht gesagt zu haben.

Müssen Sie sich oft auf die Zunge beißen?

Nein, ab und an, und das ärgert mich später. Ich möchte aber nicht zu Beginn einer Sendung Kriegsbeile ausgraben. In einem konkreten Fall hätte ich es mal ruhig tun sollen. Nein, in zwei Fällen. Das eine war ein Mann, das andere eine Frau. Beide Sendungen wurden übrigens ausgestrahlt.

Was schätzen Sie eigentlich an ihrer Partnerin Christine Westermann?

Ich finde, wir moderieren eifersuchtsfrei. Was für eine Doppelmoderation ungewöhnlich ist. Sie kann sehr schnell eine sehr intime Stimmung herstellen. Darin ist sie eine unglaubliche Meisterin.

Irritieren Sie manchmal ihre Fragen?

Nicht mehr.

Manchmal sitzen Sie da, schütteln den Kopf und wundern sich. Obwohl Frau Westermann vielleicht gar nicht das sagen wollte, was sie gesagt hat.

Das ist ein Problem, das sie wahrscheinlich gelegentlich hat. Wobei, das ist gar kein Problem.

Nein, es macht sie eher sympathisch.

Ich bin ab und zu schon verwundert, aber nicht schockiert.

Woher nehmen Sie ihre bewundernswerte Spontaneität?

Ich habe mir mein kindliches Gemüt bewahrt. (Er lacht laut, fast zu laut.)

Sie werden also nie erwachsen?

Doch, ich bin sogar erwachsen. Ich muss nur nicht in jeder Lage meines Lebens erwachsen sein.

Inwiefern ist Quote für sich wichtig?

Ohne Quote überlebt die Sendung nicht. Ich war bei genügend Sendern, um zu wissen, warum eine Sendung abgesetzt wird.

Wünschen Sie sich einen anderen Sendeplatz als sonntags um 23 Uhr?

Nein, nicht für "Zimmer Frei". Wir hatten schon Anderes versucht und es schlug negativ zu Buche.

Das liegt wohl daran, dass es so spät keine potenzielle Konkurrenz gibt.

Ja, wir hatten es um 20:15 Uhr und um 22 Uhr probiert. Aber die Deutschen haben per Grundgesetz vorgeschriebene Fernsehgewohnheiten am Sonntag. Erst "Tatort", dann "Christiansen". Daher müssen wir so spät an den Start, um überhaupt noch etwas reißen zu können.

Aber Christiansen schaut doch hoffentlich niemand.

Na, Sie haben es ja faustdick hinter den Ohren.

Zum Teil 4 des Interviews

 

 

 

 

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