Interview

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"Ich bin nicht so der Dusch-Typ."

Götz Alsmann im Gespräch

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Worüber können Sie im Fernsehen lachen?

Och, es gibt vieles, über das ich lache. Wobei nicht alles zum Lachen gemacht ist. Oftmals muss ich mich auch ärgern.

Raab oder Schmidt: Wer ist ihr Favorit?

Ich glaube, dass sich "TV Total" vom Charakter her vielleicht nicht so natürlich fürs Tägliche anbietet wie es die "Harald Schmidt Show" tut. Die regelmäßigen Features bei Schmidt, mit kleinem Besteck gemacht, eignen sich besser für den täglichen Late Night-Verzehr als die doch laut und bombastisch daherkommende Show von Stefan Raab. Ich muss aber auch in einer Hinsicht passen. In letzter Zeit war ich viel auf Tournee und habe von der Raab-Show wenig sehen können. Wie dem auch sei: Ich tendiere alters- und humormäßig eher in die andere Abteilung. Ich finde Raab dennoch sehr gut.

Raabs Humor ist vielleicht etwas mittelständiger gelagert.

Nicht, dass Sie mir das als Zitat in den Mund legen.

Keine Sorge.

Sie merken: Ich bin sehr vorsichtig, weil ich mich beiden verbunden fühle. Das ist, wie wenn ich Äpfel mit Birnen vergleichen soll. Schmidts Humor ist sicherlich intellektueller. Er geht auch das Risiko ein, einstecken zu müssen. Das macht Raab nicht.

Außer bei Faustkämpfen.

Ja, okay. Ich meinte das mehr...

... metaphorisch. Ich weiß.

In der Tat. Abgesehen davon, wünsche ich ihm allen Erfolg der Welt.

Welchen Gast wünschen Sie sich noch für "Zimmer Frei"?

Tja, eine schwierige Frage. Ich würde mir mehr von den alten Heroen der Unterhaltungskunst wünschen: Manfred Krug, Peter Alexander, Udo Jürgens. In dieser Preisklasse etwa.

Warum kommen die nicht? Werden sie nicht eingeladen?

Nein, nur einige gehen grundsätzlich nirgends hin. So wie Krug, der mir einen sehr netten Brief geschrieben hat, warum er nicht kommt. Juhnke hingegen war ja da. Manche schreckt die Tatsache, dass vorher nichts abgesprochen wird, ab. Andere sagen, ich habe nicht genug Humor für eine Stunde. Wiederum andere sagen, Alsmann macht mich krank.

Ist das ein Kompliment?

Kommt drauf an, wer es ausspricht. Ich wünsche mir jedenfalls, dass sich noch einige von denen, die ich auch verehre, zu uns aufmachen. Ich weiß nur nicht, ob es die Redaktion begrüßen würde.

Ein paar "Zimmer Frei"-Fragen: Welchen Traum wollen Sie sich noch erfüllen?

Wenn es mal ruhiger um mich geworden ist, möchte ich mit meinem Sohn eine Reise in die Mongolei unternehmen.

Ihr Lieblingsgetränk und -essen?

Bis vor einiger Zeit war das Tafelspitz. Fällt leider momentan etwas aus. Der Appetit ist mir vergangen. Ich trinke gerne Kaffeespezialitäten italienischer Herkunft. Oder Schnäpse: Obstbrände vor allem.

Und lieber Bier als Kölsch.

Definitiv. Aus Geschmacksgründen. Das Hauptproblem ist, dass Kölsch oft zu warm ausgeschenkt wird. Ich trinke zudem lieber Bier als Wein.

Was darf in ihrem Kühlschrank nicht fehlen?

Käse. Käsespezialitäten aller Art. Ich esse gerne Käse, der lebt. Wenn Sie im Saarland sind, werden Sie ja wissen, wovon ich spreche.

Natürlich. Welchen Film können Sie sich immer wieder anschauen?

Da ich weit über zehn Jahren nicht mehr im Kino war, ist das schwer. Mir gefallen sehr gut "Auf Leben und Tod" und "Diva", zwei französische Filme aus den Jahren 1979 und 1981. Was ältere Filme anbelangt, bleibe ich auf ewig ein Freund der schwarzen Serien der 50er und 60er Jahre. Und ich mag der "Mustergatte" mit Heinz Rühmann.

Womit bekämpfen Sie Anfälle von Stress und schlechter Laune? Im Fernsehen wirken Sie selten schlecht gelaunt.

Ich bin auch selten schlecht gelaunt. Manchmal vielleicht etwas ungnädig. Ein kleines Nickerchen oder ein Bad helfen. Ich komme nachts nach einem Konzert heim und bade erst einmal. Ich bin nicht so der Dusch-Typ.

Was sagen Sie zur Vorentscheidung zum diesjährigen Grand Prix?

Ich finde, es hat die Richtige gewonnen. Einfach, um Anerkennung zu zeigen, dass sich wieder bekannte Schlagersänger in diesen Wettbewerb trauen. Vor drei Jahren war Patrick Lindner mit dem Mut angetreten, eine Niederlage einzustecken - was auch passierte. Das kann man nur bewundern. Früher nahmen ausschließlich namhafte Sänger teil. Heute sind es Kunstprodukte. Ich hatte gehofft, dass sich durch Guildo Horn da etwas ändern würde, doch das ist leider nicht passiert. Daher ist es wahrscheinlich so, wie es jetzt gekommen ist, am besten.

Mögen Sie wegen all der Kunstprodukte Popmusik nicht?

Nein, es hat mit dem ästhetischen Empfinden zu tun. Die Musik geht mir auf den Sack. Ich versuche es mal, so einfach wie möglich auszudrücken. (lacht) Ich war mal Kommentator für den SFB bei der Love Parade und kam dabei zu der Erkenntnis, dass die Love Parade die einzige Party auf der Welt ist, die gänzlich ohne Musik auskommt.

Welch ein Schlusswort.

 

 

 

 

 

 


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