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Various Artists  

Black & Proud Vol. 1 & 2:
The Soul Of The Black Panther Era 

(Trikont/Indigo)

Es waren die Olympischen Sommerspiele in Mexiko City, 1968. Die afroamerikanischen 200 Meter-Läufer Tommie Smith, Sieger des Rennens, und John Carlos (Bronze) reckten auf dem Siegerpodest je eine mit schwarzem Lederhandschuh geschmückte Faust in die Luft. Smith die Rechte, als Symbol für die Macht der Schwarzen; Carlos die Linke, als Zeichen für Einheit. Die Öffentlichkeit war empört. Die Anhänger der Black Panther Party For Self-Defence mussten wohl eher schmunzeln. Besagte Organisation verstand sich als Partei der Schwarzen, mit dem Auftrag, gegen den Terror der Polizei vorzugehen. Sie trat teilweise äußerst aggressiv und gewaltbereit auf. Andererseits unterstützte sie im gleichen Maße soziale Projekte. Gegründet 1966 von Bobby Seale und Huey Newton, war sie Anfang der 70er auf Veranlassung von Edgar J. Hoover fast völlig zerschlagen worden. Viele ihrer Anführer wurden entweder ermordet oder eingesperrt. Die, die entkamen, ließen sich in Kuba nieder.

Der Traum der Black Panther lebte zumindest in der Musik weiter. Der Journalist Jonathan Fischer, ein Experte auf dem Gebiet Afroamerikanische Kultur und Politik, hat sich die Mühe gemacht, Songs zusammenzustellen, die den Geist der Black Panther bis in die heutige Zeit hineintragen. "Black & Proud Vol. 1 & 2" trägt den Untertitel "The Soul Of The Black Panther Era", liebäugelt zudem mit Funk (S.O.U.L.) und Reggae (Earl Sixteen). Die meisten Stücke – unter anderem die der Staple Singers, Gil Scott-Heron, Syl Johnson, Curtis Mayfield und Marvin Gaye - stammen aus älteren Tagen. Aktueller ist der Funk von Galactic ("There's Something Wrong With The Picture), der HipHop-Song "Down To Now", eine Kollaboration der Last Poets mit Chuck D (Public Enemy), sowie "Reluctant Warrior" von Assata Shakur und Asian Dub Foundation. Hier trifft der Spoken Word-Beitrag der Black Panther-Aktivistin auf den Drum'n'Bass-Mix von ADF.

Wer noch nicht zum Soul gefunden hat, aber großes Interesse hegt, der sollte nicht auf lieblos zusammengestellte Sampler bauen. Viel lieber sollte er diese beiden Alben erwerben, mit denen er zugleich umfangreiche Hintergrundinformationen mitgeliefert bekommt.

(kfb)

 



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