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Sampler

This Is Where I Belong:
The Songs Of Ray Davies & The Kinks

(Ryko/Zomba)

Ramrode und The Ravens hießen 1962 die von der Besetzung her identischen Bands, in denen der spätere Kinks-Kopf Ray Davies erste Gehversuche in Richtung Stardom unternahm. Zwei Jahre später tauschte der Sänger der Formationen das Mikrophon mit dem Terminkalender eines Managers aus und kümmerte sich fortan um die geschäftlichen Belange der in The Kinks umbenannten und von Davies angeführten Truppe. Das war der Startschuss für eine Karriere, die im Laufe ihrer vielen Jahre weite Kreise ziehen sollte.

Heute gehören The Kinks, auch wenn sie mitunter bei der Aufzählung einflussreicher Bands unter den Tisch fallen, mit zu den wichtigen britischen Rockbands. Selbst einige Tiefschläge und Pleiten hatte die Band mehr oder minder unbeschadet überstanden. Dass sie einen prägenden Eindruck hinterlassen hat, kann man anhand der just erschienen Kollektion von The Kinks-Covers festmachen - "zusammengestellt in Kopperation und mit vollster Unterstützung von Ray Davies" selbst, wie das Info der Plattenfirma unterstreicht.

Die Auswahl der Bands, die The Kinks alle Ehren erweisen, ist illuster. Steve Forbert leidet unter "Starstruck", Jonathan Richman predigt "Stop Your Sobbing", Bebel Gilberto plätschert und haucht ein "No Return" dahin, Josh Rouse nahm sich der Kombination düsterer Text-contra-fröhliche Melodie an ("Well Respected Man"), Cracker nahmen sich den Singalong-Hit "Victoria" zur Brust, die Queens Of The Stone Age nahmen "Who'll Be The Next In Line" mit in die Wüste, Lambchop besingen in ihrer sehr eigenen Art den "Art Lover", Tim O'Brien mimt - ganz Roots-Country-mäßig - den "Muswell Hillbilly", Fastball fühlen sich pudelwohl, weil sie "Til The End Of The Day" covern durften, Ron Sexsmith spielt in Beatles-Manier "This Is Where I Belong", Yo La Tengo üben sich mit "Fancy" in experimenteller Behutsamkeit und Ray Davies duettiert am Ende mit Blurs Damon Albarn im "Waterloo Sunset". Das sogar live. Danke.

Schön sind nicht nur die Interpretationen der Kinks-Songs, schön ist auch, dass die Wahl selten auf bekannte Charterfolge der Band fiel und stattdessen die persönlichen Favoriten der beteiligten Künstler Vorzug erhalten haben. Vorbildlich.

(kfb)



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