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Beastie Boys

To The 5 Boroughs

Capitol/EMI

Ein halbes Jahr nach den Terroranschlägen vom 11. September haben Adam Yauch, Mike D und Adam Horovitz mit den Arbeiten am längst überfälligen "Hello Nasty"-Nachfolger begonnen. Dazwischen lagen ereignisreiche Jahre.

Ein Gouverneur von Texas zog unter fragwürdigen Umständen ins Weiße Haus ein. Zwischenzeitlich erlebten die Beastie Boys ihre persönlichen Hochs und Tiefs. Für ihr Label Grand Royal verpflichteten sie At The Drive-In und veröffentlichten deren Meisterwerk "Relationship Of Command". Das verkaufte sich wie geschnitten Brot; das Label jedoch ging Pleite. Das Trio brach seine Zelte in Los Angeles ab und kehrte in seine Geburtstadt New York zurück.

"To The 5 Boroughs" ist den fünf Stadtbezirken Manhattan, Bronx, Brooklyn, Queens und Staten Island gewidmet. Die Beastie Boys blieben also trotz Zwischenstation in Kalifornien in ihren Herzen New Yorker: "We can't say enough about all you do. 'Cause in the city we're ourselves and electric too. (...) Since 9/11 we're still livin' and lovin' life we've been given" (aus "An Open Letter To New York"). Dass sie keine Party-Rapper mehr sind, dürfte seitdem Yauch Benefizkonzerte für Tibet organisiert bekannt sein. Aktuell erregt sie George W. Bushs Präsidentschaft. "We've got a president we didn't elect / the Kyoto treaty he decided to neglect", heißt es in "It Takes Time To Build".

"To The 5 Boroughs" geht zurück zu ihren (musikalischen) Wurzeln. In den Songs wummern heftigst die Beats, die eine Herausfor-derung für jede Bassmem-bran sind. Die Old School-Samples stammen von LL Cool J, Chuck D, Run DMC, Marley Marl (Begründer von Cold Chillin' Records) und der Sugarhill Gang.

Wer die Messlatte nicht zu hoch legt und nicht von den Beastie Boys verlangt, sich neu zu erfinden und Gefallen am HipHop der alten Schule findet, der wird "To The 5 Boroughs" in sein Herz schließen können. Vielleicht nicht auf Anhieb.

(kfb)