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Jimmy Eat World

Futures

Interscope/Universal

Endlich. Was hatte die Emo- und Indie-Gemeinde auf den Nachfolger zu dem phänomenalen Album "Bleed American" warten müssen. Seufz. Nun ist es da: "Futures". Einen kurzen Einwurf an dieser Stelle: Dass das Jimmy Eat World-Lager nach wie vor gespaltener Meinung ist und die einen alles lieben was die Band bis zu "Bleed American" veröffentlichte und die anderen alles seit ihrem globalen Durchbruch, diese Diskussion möchten wir an dieser Stelle getrost außen vor lassen. Wir reden heute nicht über die Fans, sondern über die Band.

Jimmy Eat World haben doch alles richtig gemacht. Sie sind mit der Majorindustrie verheiratet haben aber ihre negativen Erfahrungen machen müssen und daraus viel gelernt. «Wir hatten anfangs aber nicht das Gefühl, den Haien zum Fraß vorgeworfen zu werden. Wir waren jung, wollten touren und einfach nur Musik spielen», relativiert Gitarrist Tom Linton. Aus den naiven Burschen von damals sind in der Zwischenzeit Global Player geworden, die vielleicht mit Emorock anfingen, nunmehr aber mehr Indie denn alles andere sind. Nachzuhören auf dem Album "Futures", das dort anknüpft, wo "American Bleed" (bzw. "Jimmy Eat World" wie es mittlerweile heißt) aufhörte.

Das konnte man schon während ihres Kurztrips durch Deutschland im Vorprogramm der Donots live erleben. «Oh, die Resonanz ist gut. Besser als wir erwartet hatten. Wir dachten schon, die Leute würden den Saal verlassen, wenn wir unbekanntes Material spielen», gesteht Linton. Die Panik war unberechtigt. In allen Belangen. "Futures" toppt die Erwartungen. Jimmy Eat World sind in bestechender Form und servieren uns klassische Mitsing-Ohrwürmer ("Work", "Just Tonight"), einen Nackenbrecher ("Pain", übrigens auch die erste Singleauskopplung), eine elegische Ballade ("Night Drive"), eine tieftraurige Ballade mit Piano und Streichern ("Drugs Or Me"), einen an The Cure erinnernden Song ("23") und einen Bonussong in Form der düsteren Bombast-Ballade "Shame".

Schwachpunkte sind keine auszumachen. Die Zukunft sieht also rosig aus. Auch was ihre Live-Darbietungen betrifft. Immer wieder hört man nämlich, sie seien eine miese Liveband. Das kann der Autor dieser Zeilen keinesfalls bestätigen. Er selbst war bei einem Konzert der jüngsten Deutschland-Tournee zugegen und konnte sich vom Gegenteil überzeugen. Sie rockten, sie schwitzten und gaben alles, um ihre Fans zufrieden zu stellen. Ganz nebenbei spielten sie die Donots an die Wand. Man darf sich jetzt schon auf die nächste Tour Anfang 2005 freuen.
Wir sehen uns!

(kfb)