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The Resentments
The Resentments
Blue Rose Records

Der Begriff „Feierabend-Band“ mag vielleicht etwas abwertend klingen, aber im Prinzip beschreibt er genau den Ansatz, den die Resentments (gegen wen hegen die eigentlich ihren Groll?) mit ihrer Musik verfolgen: Sie fabrizieren diese eben ganz locker und entspannt, ohne Druck seitens einer Plattenfirma, die etwas „hypen“ muss.
Die einzelnen Musiker stehen in der Regel bei namhafteren Solisten „im Brot“ oder verdienen ihr Geld als Studiocracks.
Das seit 2000 bestehende lose Quintett aus Austin, dem Mekka der texanischen Musikszene, hat nach einem exzellenten Live-Debüt („Sunday Night Line-Up“/2002) nun auch den gemeinsamen Weg ins Studio gefunden. Auf Gastmusiker haben Stephen Bruton (g, mand, banjo), Jon Dee Graham (g, dobro, lap steel), Jud Newcomb (g, mand, b, dobro), Bruce Hughes (b, g, pi) und John Chipman (dr, perc) - Nachfolger des 2001 an Krebs verstorbenen Drummers John "Mambo" Treanor - großzügig verzichtet. Bei den Lead-Vocals lösen sich alle ab; jede Stimme hat ein unverwechselbares Timbre, in der Regel passend auch zu den ausgewählten Songs. Und da spielt man eben das, worauf man Lust hat: Bruton bevorzugt (aus eigener Feder) Losgeh-Roots-Rocker wie z. B. den Opener „Rich Man’s War“, Graham eher Balladen wie z. B. sein „World So Full“ oder „Annie“, die gern gecoverte Lane & Clapton-Nr. aus dem Pete Townshend/Ronnie Lane-Album „Rough Mix“, Hughes steht auf Country-Rock mit Pop-Appeal und Newcomb auf dezente Songs mit Akustikgitarre wie z. B. sein „Night Of The Arrival“. Trotz, oder gerade wegen dieser Stilvielfalt gelingt es den Resentments eindrucksvoll, dank Inspiration und Liebe zum Detail bei den Arrangements als Einheit zu klingen. Nieten gibt es bei den 14 Tracks eigentlich keine; auch die Coverversionen haben ihren eigenen „Anstrich“, wie z. B. die klassischen Folk- & Countryblues-Songs „You Don’t Know My Mind“ (von Leadbelly) oder „Your Long Journey“ (von Doc Watson) beweisen.
Und da schließt sich denn irgendwie auch wieder der Kreis: „The Resentments“ liefern im besten Sinne „Feierabend-Musik“, bei der man mitwippen und sich zurücklehnen kann, ohne vor Langeweile vom Stuhl zu fallen.
(rs)
Link: www.theresentments.com







