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Sophie Auster
Sophie Auster
Naive/Indigo

Singende Models oder Schauspielerinnen sind bei Kritikern ungefähr so beliebt, wie Partyluder oder Kinder berühmter Eltern. Manchmal (aber nur manchmal) würde man gerne einige kritische Anmerkungen platzieren, die über objektive Kritik ein bisschen hinausgehen. Hat bei Julie Delpy nicht geklappt, bei Carla Bruni sowieso nicht und bei Sophie Auster wird das auch nicht funktionieren.
Qualität bleibt einfach Qualität - auch wenn man die Tatsache schlucken muss, dass die Eltern bekannte Schriftsteller sind (Siri Hustvedt und Paul Auster) und der Vater gemeinsam mit Michael Hearst und Joshua Camp (One Ring Zero) seiner Tochter ein Album auf den Leib geschneidert hat. Zwei Texte stammen aus Sophies Feder, drei von ihrem Vater, der Rest sind in erster Linie französische Gedichte, die mit einer Ausnahme ins Englische übersetzt wurden.
Eine echte Überraschung ist Sophies Stimme. Nicht ein Ton klingt, wie von einer Sechzehnjährigen gesungen. Ihre warme, hörbar geschulte Stimme wischt alles weg, was auch nur im entferntesten an Kleinmädchenlyrik oder Popgesäusel erinnern könnte. Freuen wir uns an einem nahezu perfekten Album und der Erkenntnis, dass die Qualität der singenden Schauspieler, Models und Töchter nicht immer Grund zum Klagen gibt.
(dmm)







