Notiz vom 19. November 2000

Die Sache wird immer mysteriöser. Von unseren Agenten ist keiner das Opfer, aber die wirklich der akribische Arbeit des Täters spricht dafür, daß er aus Geheimdienstkreisen stammt, obwohl dort die Verwendung von Curare verboten ist, seit der Weltmarktpreis für das Zeugs ins Unermeßliche gestiegen ist.

Jedenfalls hat die Reisegesellschaft den Leichnam auf gewöhnliche Art und Weise erst einmal entsorgt, will sagen: Sie haben ihn aus dem Zug geworfen und selbst diesen an der nächsten Station schleunigst verlassen. Das Subjekt grübelt momentan, wie es sherlockholmesmäßig den Fall lösen kann, die anderen haben sich in ihren Hotelzimmern verkrochen und gehen mit schwarzen, düsteren Gedanken schwanger.

Die drei eiligen Paketboten erklärten übereinstimmend, gestern nacht einen geschweiften Stern am Firmament erblickt zu haben. Sehr originell! Mit dieser Masche haben andere schon vor 2000 Jahren gearbeitet! Winter und Konsorten haben das Auffinden der Leiche lauthals begrüßt, waren dann aber enttäuscht, daß es sich dabei nicht um den verfluchten Hutschenreuther oder ein anderes männliches Mitglied des Reisevereins gehandelt hat. „Die Neue“ und ihre Journalistenfreundin sind schockiert und neugierig zugleich. Ein Feature zum Thema „Ritualmorde an Männern durch gefrustete Frauen“ ist bereits in der Planung. Morgen mehr.