Notiz vom 1. Dezember 2000

Hm, hm, hm. Tatsächlich. Irgendetwas in den heutigen Mitteilungen des Subjekts ist, wie man so sagt, nicht ganz hasenrein. Aber ich komm nicht drauf, was es sein könnte. Die PFAUENFEDER-Reisegruppe bekam auch keinen Schimmer, selbst als sie dem Vorschlag der drallen Elfriede gefolgt und gemeinsam zu Bett gegangen war. Vielmehr kam es zu den üblichen Exzessen, bei denen man als neutraler Beobachter wirklich das Gedächtnis verlieren kann, so schockierend ist das, was sich da abspielt.

Nicht weniger schockierend benimmt sich neuerdings „die Neue“. Sie ist sich ihrer Zuneigung zum Chefredakteur keineswegs mehr so sicher und momentan in einen Aushilfsfahrkartenkontrolleur der Deutschen Bahn verknallt, eine Existenz namens Sebastian Bach, der aber nicht mit diesem anderen Sebastian Bach verwandt ist, der immer so schön auf der Kirchenorgel spielt. Patrizia, die feministisch angehauchte Rundfunkjournalistin, sieht das Techtelmechtel gar nicht gerne und hat „der Neuen“ vorgeschlagen, erst die Ankunft der drei eiligen Paketboten abzuwarten, bevor sie dem Chefredakteur den Laufpaß gibt. „Man muß mitnehmen, was man mitnehmen kann.“ rät die welterfahrene und kluge Frau, nur: Wo bleiben diese drei eiligen Paketboten? Rasten noch immer, weil sich der Schweifstern infolge starker Bewölkung nicht zeigt. Stark bewölkt auch nachwievor Winter und seine Punkburschen. Liegt aber weniger am Wetter, als vielmehr an enormen Quantitäten billigen Fusels. Wo haben die Burschen nur das Geld her, sich jeden Abend zu besaufen! Als Beamter kann ich mir sowas nicht leisten!