Notiz vom 13. Dezember 2000

Dieses L. ist tatsächlich ein mieses Kaff. Meine zur Beschattung des Subjekts und seiner Begleiter eingesetzten Mitarbeiter bestätigen die Einschätzungen des Autors, loben aber die feine Küche der Bahnhofsgaststätte und ihren durchaus intellektuellen Reiz. Vor allem die Speisekarte sei ein Quell der Mutmaßungen, berichten sie mir, man streite sich z.B., ob es nun „Bulletten“ oder „Buletten“ heißen muß, „Bier“ oder „Bihr“, „Herrengedeck“ oder „Herrengedegg“. Brav, so soll es sein! Immer den Kopf beschäftigen!

Winter und sein Assistentenduo taumeln inzwischen weiter von Erfolg zu Erfolg. Schon hat die Bildzeitung beim Chefredakteur angefragt, ob sie den legendären Bahnhofsgaststätten-Report als Serie abdrucken könne, eine eigene Fernsehreihe ist in Planung, ebenso natürlich üppig bebilderte Bücher. Der berüchtigte Autor Servatius Schredder hat sich erboten, die Biografie Winters zu schreiben, ja, selbst Guido Westerwelle und Verona Feldbusch erklären sich bereit, gemeinsam mit dem Trio in irgendeiner beliebigen Bahnhofsgaststätte an Testessen teilzunehmen, Hauptsache, die Fernsehkameras sind mit dabei.

„Die Neue“ ist traurig. Eigentlich liebt sie ja jetzt Winter, steht aber beim Chefredakteur quasi im Wort. Und Patrizia ist noch trauriger. Eigentlich möchte sie Winter gerne verfeaturen, muß aber leider mit „der Neuen“ und ihrer unglücklichen Liebe zu Winter vorlieb nehmen.

Und die drei eiligen Paketboten? Ja, wo laufen sie denn? - Natürlich immer noch hinter dem Schweifstern her. Haben Sie etwas anderes erwartet?