Notiz vom 16. Dezember 2000

Bravo, Herr freier Mitarbeiter Winter! Besonders den letzten Satz kann man nur unterstreichen und unterstützen! Unser Observierungspersonal vor Ort, inzwischen immerhin an die 30 Mann, beklagt sich schon bitter über die zur Neige gehenden Vorräte an Glühwein und Dampfnudeln überall dort, wo der merkwürdige Reiseverein auftaucht. Ganz zu schweigen von den sittlichen Defiziten, welche sie allüberall hinterlassen! Naja, heute waren sie ja wenigstens außer Gefecht gesetzt. Bei Kamillentee und Zwieback kurierten sie sich von ihren Magen- und Darmleiden, jammerten nicht schlecht über die skandalös gesunkene Qualität der auf Weihnachtsmärken gereichten Speisen und Getränke und nahmen sich vor, zukünftig „besser aufzupassen“, wie es das Autorsubjekt in seiner an gelungenen Formulierungen armen, um nicht zu sagen baren Sprache ausdrückte. Sogar das Beate genannte Kleinkind „Baby“ (oder so) neigt bereits dazu, die Milch seiner Mutter zurückzuweisen und lauthals nach „ÄÄÄÄÄÄHHHHHH“ zu verlangen, was in der Säuglingssprache „Glühwein“ heißt. Wer alarmiert endlich den deutschen Kinderschutzbund?

„Die Neue“ tut es nicht. Patrizia ebenso wenig. Beide grübeln in einer Pension nahe der holländischen Grenze über ihre Zukunft und sehen in dieser nichts Gutes. Die bevorstehende Vereinigung mit dem Chefredakteur hat bei der „Neuen“ psychosomatische Reaktionen gezeitigt, will sagen: Sie ist bereit, sich jedem dahergelaufenen Mannsbild an den Hals zu werfen, Hauptsache, es ist nicht der Chefredakteur. Die Frauenrechtlerin Patrizia sieht dies mit Mißfallen, ist aber eigentlich selbst viel zu sehr mit der Zukunft ihrer Featurekunst beschäftigt, um wirksam einschreiten zu können.

Und die drei eiligen Paketboten? Kein Wort über die! Traurig, traurig, das alles!