Die Pfauenfeder

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Liebe HINTERNETler!

Wie versprochen schicke ich euch hier das erste Blatt des Tagebuches, welches anzulegen ich mir für die Zeit der Veröffentlichung der „Pfauenfeder“ vorgenommen habe - und zwar aus guten Gründen. Ich sitze in einem Internetcafé der Stadt X, in der ich vor einer Stunde angekommen bin. Feiertag. Keine Zeitungen nirgends. Ne alte TAZ vom Freitag in einem Abfalleimer, Schlagzeile "Die Drückeberger". Ob die mich meinen? Und wieso "die"?

Im Zug ein Gespräch belauscht: Auch Völler muß zum Haartest. "Es kommt alles raus!" triumphiert einer der Reisenden, "Wenn der Ruuuuuuudi fast täglich mit dem Daum zu tun gehabt hat, wird der ihm doch auch mal so 'ne Handvoll Koks..."

Ob das etwas mit mir zu tun hat? Beobachte mißtrauisch meine Mitreisenden, alle so Typ Rentner. Wer hinter der Gardine lauert und Parksünder aufschreibt, der ist potentieller Mitarbeiter des Geheimdienstes.

Aber noch scheine ich unverfolgt. Oder handelt es sich um ausgebuffte Profis, die längst auf meiner Fährte sind? Um mich herum im Café eine Handvoll Teenager, die sich, an diesem Feiertag, in irgendwelchen „chatrooms“ jene Wunschexistenz zulegen, von der ich nur träumen kann. Auch eine schon etwas ältere Frau - was heißt älter... ich schätze sie auf Mitte 30 - glotzt auf den Bildschirm vor sich. Und manchmal, aus den Augenwinkeln, auch zu mir?

--- Rechne damit, daß gewisse saarländische Machthaber (ich sage nicht „politische“!) eine Frau auf mich angesetzt haben, eingedenk des Umstandes, daß ich für weibliche Reize schon immer sehr empfänglich war. Und tatsächlich kommt diese Frau am Nachbarmonitor meinen Vorstellungen von einer Verführung durchaus entgegen. Sie ist, wie gesagt, im besten Alter, schlank, sportlich, leger gekleidet, ihr Büstenhalter zeichnet sich unter dem T-Shirt ab. Sie hat die Jacke abgelegt. Es ist schön warm hier, zu warm. Blond ist sie; na ja, wahrscheinlich gefärbt. Und trägt eine Sonnenbrille! Bei dem Wetter! Das sollte mir zu denken geben. Andererseits: Wenn sie wirklich auf mich angesetzt ist, wird sie - obwohl blond - nicht so blöd sein, sich wie eine Agentin zu verkleiden. Oder gerade drum? Verfluchte Phantasie! Ich gehe jetzt gleich. Wohin weiß ich noch nicht. Ein Zimmer für die Nacht? Tendiere dazu, mich heute nachmittag in den nächsten Zug zu setzen. Ziel unbekannt, Ziel völlig egal. Irgendwo ankommen, wo man mich nicht erwartet. Keine Männer mit Regenschirmen, in deren Spitzen Giftnadeln installiert sind (war früher eine beliebte Methode beim bulgarischen Geheimdienst!), keine Frauen mit Büstenhaltern unter den Shirts.

Obwohl... hat sie mir da eben zugelächelt? Ich glaube, sie kommt mit dem Surfen nicht zurecht. Ist irgendwo hängengeblieben. Gehe mal rüber....Moment bitte... So. Hat eine falsche Adresse eingegeben und weiß nicht, was eine Suchmaschine ist! Scheint harmlos. Aber sie suchen sich ja immer die Harmlosesten aus, um ihre Opfer zu düpieren. SIE? Wenn ich wenigstens wüßte, wer da... Jedenfalls: Das mit der ersten Folge habt ihr klasse gemacht! Wirklich! Bin beeindruckt! Weiter so. Ich trinke jetzt Kaffee. Meine Nachbarin auch. Sie steuert die Cafeteria an, so ein Zufall....

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