Die Pfauenfeder

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11. November, ein Samstag

„Der Sonderwagen für den PFAUENFEDER-Reiseverein befindet sich am Ende des Zuges. Herr Hutschenreuther, kommen Sie bitte zum Servicepoint in der Bahnhofsvorhalle. Hier liegt eine topgeheime Meldung des Österreichischen Geheimdienstes für Sie bereit. Ich wiederhole...“

Nein; kein Traum. Ein Alp ist Wirklichkeit geworden. Unser Troß ist inzwischen auf zehn Personen angewachsen, nachdem die geliebte und lt. Vereinsstatuten dreimal täglich zu preisende große Vorsitzende die beiden Streunerinnen Angie und Saskia als Bodyguard für ihre Beate/Baby - Brut engagiert hat, und Herr Haberkorn seinen Lebensgefährten Herrn Dubrowski nicht entbehren zu können glaubte. Letzterer ist ein schüchterner Jüngling von knapp 25 und Mitglied des MENSA-Clubs für hochgradig Intelligenzgeschädigte.

Immerhin: Die Streunerinnen Angie und Saskia, beide 16 und der sogenannten „Punkbewegung“ angehörig, vermögen mein Herz wenigstens partiell zu erfreuen. Zwar geht mir ihr Spruch „Hasse ma ne Mack, Alter, oder wills was anne Kalkschüssel?“ inzwischen mächtig auf die Nerven. Daß sie aber der kleinen Beate, auch „Baby“ genannt, einen Irokesen geschoren und ihr Gesicht vielfach verpierct haben, gibt mir den Glauben an die Weltgerechtigkeit halbwegs zurück. Nicht so der Beatenmutter. „Wie soll das Kind denn mit DER Visage später mal Abteilungsleiterin bei der Deutschen Bank werden?“ Hutschenreuther hingegen betrachtet die beiden „Görls“ (O-Ton Hutschenreuther) nicht ohne Wohlgefallen, was wiederum das allgemeine Elfriede-Winter-Mißfallen steigert. Sylvia und ich sind uns bei einer ausgiebigen Diskussion über neue Tendenzen des südfranzösischen Neokonstruktivismus wieder ein wenig näher gekommen, trotz permanenter Störung durch das 11., bislang noch nicht namentlich erwähnte Vereinsmitglied, einen Schäferhund/Elefanten-Mischling aus dem Angie/Saskiatischen Besitz. Das Tier heißt „Rotten“ und erinnert in seinem Gebaren tatsächlich an die seligen Anfänge des Punk, als ja auch beständig in irgendwelchen Ecken Notdurft verrichtet wurde.

Ansonsten, Herr Chefredakteur, läuft alles friedlich. Das Baby, „Beate“ genannt, schreit, weil ihr „Rotten“ mit Vorliebe das Gesicht ableckt. Beate, „Baby“ genannt, hat Eßschwierigkeiten, was bei drei Sicherheitsnadeln in der Zunge kaum verwundert. Da heitert sie auch die Nachricht, ihre geliebten Spice-Girls hätten ein Hotelzimmer zertrümmert, nicht erkennbar auf. Herr Dubrowski überlegt angesichts der drallen Vorsitzenden und BWL-Studentin, ob er es nicht wie Herr Horst Buchholz halten und bisexuell werden solle. Ein Gedankenspiel, das weder Hutschenreuther noch Haberkorn zu erwähnenswerten Begeisterungsstürmen veranlaßt. Die beiden Punkerinnen betrachten das Szenario mit der ihnen eigenen Gelassenheit und raunen sich gegenseitig zu, soviele „alte W... und geile B.... sowie auftakelte N....“ hätten sie trotz einschlägiger Reiseerfahrungen auch noch nicht auf einem Haufen gesehen. Wie Sie also merken, deutet nichts auf eine bevorstehende Katastrophe hin, mit Ausnahme der Tatsache, daß der Laden hier jeden Moment explodieren kann.

Email des Herausgebers:
Lieber Autor! Halten Sie durch! Nur noch 43 Tage! Freue mich, Ihnen mitteilen zu können, daß die von mir und unserem Werbepartner lancierte LeserInnenbefragung das vorläufige Ergebnis gezeitigt hat, Ihnen baldigst „die Neue“ bezwecks Verkomplizierung der erotischen Vereinsverhältnisse zu schicken. Sie muß sich endlich einmal den harten Wind des Tagesgeschäfts um die Nase wehen lassen, das mit der ALDI-Kolumne wird nichts, nachdem LIDL und PENNY die gleichen Pizzatomaten für ganze 39 Pfennige anbieten. Also freuen Sie sich auf Zuwachs!

 

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