Die Pfauenfeder

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23. November, ein Donnerstag

„Weniger Erotik!“ Mit diesen mahnenden Worten beginnt die heutige Mail meines Chefredakteurs, und weiter: „Daß nach dem beliebten Schlagersänger Roberto Blanco nun auch binnen Tagesfrist der beliebte Kaiserdarsteller Franz Beckenbauer zugeben mußte, Vater eines Seitensprungkindes zu werden, liegt m.E. ganz eindeutig am explizit pornografischen, um nicht zu sagen hochschweinischen Inhalt Ihrer Mitteilungen. Also: Zügeln Sie sich! Berichten Sie mehr Erbauliches! Schildern Sie Gewaltphantasien, zum Nutzen und Wohle der HINTERNET-Einschaltquote und meines Girokontos! Und hüten Sie sich unbedingt davor, folgenden Witz zu publizieren: Was fragte Franz Beckenbauer im Moment des sexuellen Höhepunktes? - ‘Ja, ist denn schon Weihnachten?´ Ha, ha, ha!“

Dies die Worte meines verehrten Chefredakteurs, die mit dem strikten Verbot schließen, folgenden Witz zu erzählen: Was fragte Franz Beckenbauer im Moment des sexuellen Höhepunktes? - „Ja, ist denn schon Weihnachten?“ Ha, ha, ha! Ich werde mich selbstverständlich an diese Vorgabe halten und folgenden Witz nicht erzählen: „Was fragte Franz Beckenbauer im Moment des sexuellen Höhepunktes? -

„Kann ich endlich kommen?“ - Ganz schüchtern fragt dies unser heutiger Verhörgast, der fromme und gottgefällige, zugleich extrem sexuell exzessive und zu erbaulichen Gewaltphantasien neigende Herr Haberkorn. Wir, die wir auf unserem Hotelzimmer im Kreise sitzen, nicken, und Haberkorn beginn sogleich mit seinen biografischen Konfessionen:

„Mein Name ist Gustav Emanuel Haberkorn. Ich wurde als ältester Sohn einer streng der altkatholischen Kirche zugewandten Familie geboren und entwickelte schon im Alter von fünf Jahren gewisse Gottgefälligkeiten, so z.B. den Vorsatz, nicht wie meine Kameraden im Kindergarten laut ‘Scheiße!´ zu brüllen, wenn ihnen der Schnuller in dieselbe gefallen war. Ehrlich gesagt: Ich besaß gar keinen Schnuller, denn ein solcher galt meinen Eltern als Teufelswerk, da er doch nur an die Brustwarzen der wollüstigen Frauen erinnerte, die man im Augenblicke höchster tierischer Erregung wie besoffen absaugt, um sodann mit der gierigen Zunge...“

„Halt!“ unterbreche ich ich den Konfessionär brüsk. „Keine subversive Erotik! Wenn Sie so weitermachen, wird Guido Westerwelle schon vom bloßen Lesen schwanger! Schildern Sie lieber Ihre Gewaltphantasien!“

„Sehr wohl“ nickt eifrig und subaltern Haberkorn und fuhr fort: „Ich erlernte den Beruf des Laienpredigers und übte auf der Kanzel der Kirche des heiligen Hans-Jürgen, des Schutzpatrons aller Kindesmißhandler und Tierquäler. Dabei war mir, als schlüge ich mit jedem Wort meinen Zuhörern mitten in die Visage, bis das Blut spritzte und, vermengt mit gräulicher Hirnmasse, aus den Nasenlöchern hervorbrach, bald den Boden des Raumes überschwemmte, so daß Kleinwüchsige darin ertranken. Leider bestand ich die Prüfung nicht und konvertierte zur letzten Kirche des permanenten Weltuntergangs, wo ich als Leiter der Abteilung ‘Strafen beim jüngsten Gericht´ für die Festlegung der Martern verantwortlich bin. Zum Beispiel sollen all die, welche ihre Sekretärinnen schwängern, auf ewig dazu verdammt sein, den Fußballspielen von Bayer Leverkusen unter Berti Vogts beizuwohnen.“

„Hören Sie auf!“ schreit Hutschenreuther entsetzt und rauft sich die Haare. „Wer zu solchen Bestialitäten fähig ist, der schreckt auch nicht vor profanem Mord zurück! Gestehen Sie!“

Haberkorn lächelt. „Aber was soll ich denn gestehen? Mein Herz ist klein, meine Seele rein, wohnt niemand da drinnen als vier dralle Negerinnen.“ Ich erkläre die Befragung für beendet und erzähle, um die beträchtlich aufgeladene Stimmung zu entschärfen, folgenden Witz: Was fragte Franz Beckenbauer im Moment des sexuellen Höhepunktes? -Keine weiß die Antwort, und so gehen wir traurig zu Bett.

 

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