Die Pfauenfeder

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28. November, ein Dienstag

Hallo, liebe Freundinnen und Freunde des mißlungenen Internetkrimis! Der Autor besagten Machwerkes hat mir seinen Laptop geliehen, damit ich, auf den Spuren des von mir höchstverehrten Helmut Kohl wandelnd, mit der Niederschrift meines mit Spannung erwarteten Tagebuches beginnen kann. Ich nutze die Gelegenheit, auch gleich die heutigen „Mitteilungen“ zu verfassen, denn es gibt eine Reihe von niederträchtigen Lügen und infamen Rufmordkampagnen, welche der Autor (übrigens ein Kohl-Verächter par exellence) über mich verbreitet resp. inszeniert hat.

Na, ist das nicht ein schöner Schachtelsatz? Bin ich nicht ein blendender Stilist und befinde mich auch hier in der Tradition unseres Altkanzlers, dieses von allen Medien so schmählich behandelten? - Wer aber ist überhaupt „ich“? Na, ich bin ich! Und ich ist Alfons Servatius Hutschenreuther, und da ich gleich ich und ich gleich Hutschenreuther, muß ich wohl dieser Hutschenreuther sein! Ist doch logisch! Und ein wunderbarer Satz wieder! Ich also, Hutschenreuther, meines Zeichens Lottogewinner, Speiseeisliebhaber und Mutterbesitzer - apropos: MUTTER! Falls du das hier lesen solltest, obwohl du die ganzen langen Jahre, da ich bei dir wohnte, nie auch nur das leiseste Anzeichen gezeigt hast, du könntest überhaupt lesen - MUTTER, noch einmal: Ich wollte dir schon immer sagen, daß deine Topflappen das mit Abstand Geschmackloseste waren, was kranke Menschenhirne ausbrüteten, und daß unsere arme kleine Familie jedesmal in Heulen und Zähneklappern verfiel, wenn du ankündigtest, ein Essen kochen zu wollen! Das muß doch einmal gesagt werden!

Und wo wir gerade so schön dabei sind, etwas zu sagen: Wo ist der Verleger, der den Mut besitzt, mein Tagebuch als ein Dokument des kämpferischen Geistes in die Mittelmäßigkeit und das Lügnertum unserer Presse- und Literaturlandschaft zu schleudern? Herr Hinternetchefredakteur, ich appelliere an Sie! Veröffentlichen Sie mein Tagebuch in Ihrer Zeitschrift, so wie die ehrwürdige „Welt am Sonntag“ das Tagebuch des unglaublichen, einzigartigen Helmut Kohl veröffentlicht hat! In 540 Folgen, mindestens! Geben Sie Gedankenfreiheit, Mitty! Ach was! Geben Sie sich einen Ruck, der durch Deutschland geht, auf daß die Anständigen endlich aufstehen! Oder mit anderen Worten: Geben Sie mir nen Tausender, und wir vergessen das Ganze!

So. Jetzt habe ich Sie aber lange genug auf die Folter gespannt. Sicherlich dürsten Sie schon nach einer kleinen Textprobe aus meinem Tagebuch, einer Pretiose deutscher Sprache und deutschen Stils, einem glitzernden Stück Leitkultur und -planke, welche Sie auf der Autobahn der journalistischen Dummheit immer auf der rechten Spur hält. Bitteschön, here it is!:

„28. November. Das Wetter ist viel zu schön für November. Es hat 10 Grad, und im Augenblick regnet es nicht, aber das kann noch kommen. Ein Islandtief nähert sich, wahrscheinlich von Island her, und es bringt neuen Regen, aber im Moment sieht es so aus, als würde der nächste Regen, der fällt, von einem Balearenhoch stammen, aber da kann man nicht sicher sein. Für morgen haben sie 15 Grad plus gemeldet, und das ist natürlich viel zu viel für November.

Ich bin aufgestanden und gleich ins Bad, pippimachen. Ich muß oft auch nachts pippimachen, was sehr unangenehm ist, weil man dann schläft und nicht mehr schlafen kann und aufstehen muß und sich wieder hinlegen und einschlafen, und dann wacht man wieder auf (natürlich nur, wenn man vorher eingeschlafen ist) und muß schon wieder pippimachen, und dann geht die ganze Chose wieder von vorne los, und chose ist Französisch und heißt Sache. Nachdem ich pippigemacht habe, wasche ich mich oder dusche, aber nur, wenn sie warmes Wasser im Hotel haben, was aber so gut wie immer der Fall ist, jedenfalls ist mir kein anderer bekannt. Und dann....äh....ich wollte sagen....und jetzt...muß ich schleunigst reißaus nehmen, denn dieser Versager von PFAUENFEDER-Autor hat endlich gemerkt, daß ich mir sein Notebook geliehen habe und stürmt nun wutentbrannt auf mich zu. Was hat er da in seiner Rechten? Könnte es ein Hackebeilchen sein? Wenn ja, was will uns der Autor damit sagen? Ich verschwinde lieber, bevor mir die Antwort einfällt.

 

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