Fahndungsfoto

Meinsell, festangestellter Redakteur des "Maxmarkts", entspricht in seinem äußeren Erscheinungsbild ganz dem Klischee des alerten Geschäftsmanns. Klein, beinahe zierlich, 40 Jahre alt, Junggeselle aus Überzeugung, legt großen Wert auf gutsitzende, hochwertige und farblich dezente Kleidung (Geschäftsanzug). Ein in sich ruhender Mensch mit Grundsätzen und der ihrer Befolgung nötigen Selbstdisziplin. Kein schlechter Chef. Erstaunlich tolerant sogar. Hält aber die Fäden stets fest in der Hand. In seiner Freizeit frönt er der Lektür journalistischer Fachliteratur, trägt sich sogar - aber nicht weitersagen - mit dem Gedanken, ein Buch über "Ethik in der Medienwelt" zu schreiben .

Einige Stimmen:

"Alle Achtung! Der hat sich gehalten! Hat sogar noch alle seine Zähne, weil er jährlich zweimal zur Vorsorgeuntersuchung kommt. Ich halte ja Journalisten eigentlich für so Lotterleute. Ohne Moral, sowieso, aber vor allem ohne richtige Lust, was zu arbeiten. Groß rauskommen, ja, arbeiten nein, sag ich immer, das ist heute in unserer Gesellschaft en vogue. Und Geld verdienen wollen! Als gäbe es nichts anderes! Immer nur Geld, Geld, Geld! Nein, nein, der Herr Meinsell ist da anders. Obwohl Journalist. Man sollte sich wirklich nicht zu sehr an seine Vorurteile klammern. Aber was bleibt einem dann?" (Meinsells Zahnarzt)

"Lassen Sie sich bloß nicht von seiner Art einwickeln! Der Stefan ist außen ein Eisberg, aber innen... Jedenfalls hatte ich noch nie einen feurigeren Liebhaber. Gut, man mußte ihn zu seinem Glück zwingen. Sich was schönes anziehen, so Strapse und was mit Rüschen und so, und das Licht aus und die Kerzen an. Dann ist er langsam in Fahrt gekommen. Und einfühlsam! Mein Gott, was konnte der einfühlsam sein! Nicht so wie die andern. Warum es trotzdem nichts geworden ist? Na, ich würd sagen: Es hat halt nicht sollen sein. Punktum." (eine ehemalige enge Freundin)

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