die Einzelkritik


Die Top Ten vom 10.2.2003

10. Die Gerd Show „Steuersong“

Na endlich, nächste Woche isser raus. Den seh´n wir erst zum Grand Prix-Vorentscheid wieder. Und da ruft Ihr doch alle für den Jungen mit der Gitarre an, oder?

9. Master Blaster „Hypnotic Tango“

Solide Leistung. Denn ich hab schon Leute nach nur einer Woche wieder aus den Top Ten rausfliegen und Pferde vor der Apotheke kotzen sehen. Master Blaster schlagen sich beachtlich.

8. Panjabi MC „Mundia to Bach Ke“

Und der hier erst! Das Lied ist ein echter Renner, wer hätte das gedacht? Er macht das schlechte Licht wett, das der Steuersong seit Wochen auf die Top Ten wirft.

7. Kate Ryan „Desenchantee“

Ich rätsel immer noch, von wem das Original war. Mylene Farmer? Sorry, eigentlich wäre es meine Aufgabe, das zu recherchieren. Aber der kleine Laptop, an dem ich gerade schreibe, ist nicht ans Internet angeschlossen, und mein Gedächtnis ist zu schlecht. Aber es waren schon die 90er, meine ich mich zu erinnern.

Kate Ryan ist, wie schon erwähnt, Belgierin. Und eigentlich hatte ich das Lied sogar für die Top 40 schon abgeschrieben.

6. Jay-Z feat. Beyonce Knowles “´03 Bonnie & Clyde”

Wo läuft dieses Lied und wer kauft es? Nun, vermutlich bei den Popwellen. Und wahrscheinlich Teenies und mittelalte RnB-Liebhaber. Ich finds von Woche zu Woche fader.

5. Blue feat. Elton John “Sorry seems to be the hardest word”

Während mir das hier von Woche zu Woche besser gefällt. Super-Rhythmus, das Teil. Und zwar ohne, dass es groß verändert wurde. Das swingt quasi von selbst. Und wurde, zugegeben, sehr respektvoll und dezent renoviert. Flüchtige Vorstellung einer Boygroup, die mal nicht peinlich ist, auch wenn für meinen Geschmack natürlich zu viel gejodelt wird in dem Song. Und Elton John macht ebenfalls eine gute Figur.

4. Christina Aguilera “Beautiful”

Oha, das blonde Gespenst schon wieder. Okay, das hier ist mal ein Song, im Gegensatz zu “Dirrty”. Aber woher nimmt sich eine aufgetakelte, abgehungerte Barbie das Recht, zu singen, alle Menschen wären von Natur aus schön??? Dann lass doch dein Make up weg, verdammt!!! Das sind Lippenbekenntnisse, wie ich sie liebe. Wenn zum Beispiel Janet Jackson den Kids erzählt, sie sollten sich kein Fett absaugen lassen... Ich fands auch immer toll, wenn Cindy Crawford dafür gerühmt wurde, Rundungen wieder populär gemacht zu haben. Dieses Verdienst geht doch eher auf das Konto von Kelly Osbourne, oder?

3. Eminem “Lose yourself”

Dieser Mann ist ein echter Dukatenesel. Mehr fällt mir dazu nicht mehr ein.

2. t.A.t.u. “All the things she said”

Huh, wer ist das denn? Erstmal für alle 80er-Veteranen (so wie mich): das Lied ist kein Cover eines alten Simple Minds-Hits. Hat damit nichts zu tun! Und die zwei Mädels machen momentan auch eher durch homoerotische Einlagen im Video als mit ihrer Musik von sich reden. Kalkulierter Tabubruch und netter, kleiner Popsong. Gähn.

1. RTL-Superstars “We have a dream”

Ja, sie habens echt geschafft: ich hab sie alle über! Selbst den kleinen, sympathischen Daniel. Der ist in Interviews nicht mehr nur gnadenlos berechnend und populistisch-kitschig, sondern mittlerweile auch verdammt arrogant. Für jemanden, der weder singen noch tanzen kann noch sonstirgendwas im Kopf zu haben scheint, ziemlich frech. Außerdem sind sie mittlerweile allesamt Interviewmaschinen, die nur noch blubbern, dass sie sie selbst bleiben, super Fans haben und diesen verlogenen Traum. Also, ich bin ja meistens ein Hit-Maniac, aber bei diesem Song hatte ich noch immer nicht das Verlangen, ihn zu kaufen. Das will was heißen.

(Katja Preissner)