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• kleiner verleger: Na, Jungs, da sind wir mal wieder alle beisammen. Was für uns als Kleinverleger wichtig ist, ist nic
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• Ludger: Das, was Du sagst. Und: Selbst mit diesem Käse kann man noch was lernen. Also, ich habe, nach der Le
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• Else: Was für eine wunderbare Rezension! Da lacht das Herz, und die Verlegerin stellt entzückt fest, dass
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• Ludger: Ich hoffe nicht. Ich gestehe, dass ich am Anfang täglich reingeschaut hab', nach ein paar Wochen hab
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23-05-2012
Crime Time. Wer heute um 10 Uhr mal reinhören möchte... kann auch später in aller Ruhe belauscht werden. →"Der Bote", vorgelesen.
21-05-2012
So können Wochen bitte immer beginnen: mit einer schönen Rezension. Natürlich einer positiven, sonst wäre sie ja nicht schön. Vielleicht ehrlich, aber hallo, wir leben im 21. Jahrhundert, was kümmert uns da Ehrlichkeit. Nein, "Krimilady" Henny Hiddens Rezension des "Boten" ist natürlich schön UND ehrlich. Und steht im Netz, wo sonst, nämlich →genau hier.
19-05-2012
Ah ja. Die Rezension von "Der Bote" aus der Feder von Thomas Klingenmaier ist jetzt online. Und zwar im schönen neuen Krimiblog der "Stuttgarter Zeitung", →"Killer & Co.". Das Ganze heißt "Technik ist ein Märchen" und, genau, das ist sie. Wollte ich nur erwähnt haben, obwohl ja Samstag bei mir kein Krimitag ist.
18-05-2012
Ich drücke mich ja selten vor einer Besprechung, aber diese hier macht mir zu schaffen. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende eines großen Energiekonzerns schreibt einen Krimi über die neue Vorstandsvorsitzende eines großen Energiekonzerns. Der Verlag nennt das Buch einen "Wirtschaftskrimi", was korrekt ist, aber ein "Krimi" ist dieses Buch dennoch nicht. Es geht um Verbrechen, auch um Mord, es geht um Intrigen und die vielen sonstigen Sauereien, von denen man auch dann zu wissen glaubt, wenn man kein ehemaliger Vorstandsvorsitzender ist. Und genau da liegt mein Problem: Ich bin nach der Lektüre des Buches genauso schlau oder dumm wie zuvor. Es stand genau das drin, was ich erwartet habe und das kann nur bedeuten: Ich hätte dieses Buch erst gar nicht zu lesen brauchen oder aber: Der Autor bestätigt nur meine Vorurteile, warum auch immer.
15-05-2012
Manfred Wieninger: 223 oder Das Faustpfand
223. Eine Zahl, hinter der sich alles verstecken kann. 223 "Likes" bei Facebook, 223 Versuche, die Eurokrise zu bewältigen, 223 saftige Leichen in einem hammerharten Krimi. Oder auch, bleiben wir beim Kriminellen: 223 Menschen, Frauen wie Männer wie Kinder wie Alte, nachts durch eine österreichische Ortschaft getrieben, zu einem Graben, in einen Graben, dann hallen Schüsse durch die Nacht, dann gießt man Benzin über die Toten und Sterbenden, dann ziehen Brand- und Leichengeruch durch die Ritzen der Häuser. Es ist Anfang Mai 1945. Die Russen sind nur noch wenige Kilometer entfernt, man hört schon die Kanonen, man sieht die "Christbäume", mit denen alliierte Kampfbomber sich die besten Plätze für ihre tödliche Fracht aussuchen. Sonst geht das Leben irgendwie weiter. Auch für den Revierinspektor Franz Winkler aus Persenbeug an der Donau. Doch als er an diesem Morgen nach dem Massaker an 223 Juden erwacht und zum Tatort kommt, ändert sich alles. – Und gleichzeitig ändert sich nichts.
12-05-2012
Die Großen, die Kleinen und das Knirschen im Gebälk
Die Welt ist inzwischen so kompliziert geworden, dass man nicht mehr über sie reden kann. Natürlich redet man über sie, mehr als je zuvor. Es sind Kamingespräche von selbsternannten Universalisten, Durchblickern und empörten Aufrufern, die, schaut man genauer hin, vielleicht Koryphäen der Geschichte des deutschen Postwesens im 17. Jahrhundert sind, sich aber aufführen, als beanspruche das gesamte Weltwissen nur ein moderates Kämmerchen in ihren gigantischen Gehirnen, wo lockere Themen wie Finanzkrise, Urheberrecht und Klimawandel ebenso locker verhandelt werden, um hernach als handliche Gebrauchsanweisungen in die Welt zu eruptieren. Aber das nur nebenbei. Es ist der Rahmen, in dem sich die Geschichten, ob Tragödien oder Komödien, abspielen, die großen wie die kleinen, und von einer kleinen wollen wir kurz berichten: dem Krimi.
(mehr...)11-05-2012
Ein Buchprojekt im Geist der Zeit
Liebe Verlage, dieser Plot wird euch interessieren! Guido Menke, führendes Mitglied der PIRATEN, engagiert sich leidenschaftlich gegen das Urheberrecht, seit er auch im 65. Anlauf, ein Buch zu schreiben, gescheitert ist. Eines Tages wird der streitbare Politiker tot zwischen seinen Laptops aufgefunden. Mit einem WagenHEBER erschlagen, im Popo des Toten findet sich ein altes chinesisches UHRwerk... Kommissar Fallzu ermittelt... Ich kann Ihnen dieses Werk in den Lektürefarben "Regio", "Noir", "gesellschaftsrelevant" sowie "literarisch" (gegen Aufpreis) anbieten sowie alternativ für "beginning readers", "advanced readers" und "Realschüler". Im Anhang befindet sich eine Liste mit 500 Namen bekannter Autorinnen und Autoren, die sich für einen Erhalt des Urheberrechts bzw. des Rechthaberrechts aussprechen. Diese Menschen werden das Buch selbstverständlich käuflich erwerben, da ja ihr Name drinsteht. Bitte nur ernstgemeinte Angebote! Nur größere Verlagshäuser, die mir eine stapelweise Präsenz des Werkes in allen Buchkaufhäusern garantieren können! Meine Emailadresse haben Sie ja bestimmt. Als Romantitel geht mir gerade "Treibjagd 2012 – Denn wer ohne Schuld ist, der starte den ersten Shitstorm" durch den Kopf...
06-05-2012
Was nicht gesagt werden muss, aber halt mal gesagt wird
Ach, nur mal en passant, und keine Angst, ich verlinke den Käse auch gar nicht. Eigentlich ist es an dieser Stelle zudem überflüssig darauf hinzuweisen, dass es Krimiblogs gibt, diesen hier seit über sieben Jahren (und dabei ist er, hallo Ludger, nicht einmal der älteste), aber mag sein, dass sie Bekannte oder Kinder haben, die nach Lektüre angedeuteten Käses glauben, mit deutschen Krimiblogs im Netz sei es nicht weit her, nur weil dieser Mann, der seit Jahren wie Falschgeld durchs Digitale rollt, das behauptet hat. Aber nein, Korrektur. Der Mann, der so einen blühenden Unsinn einem Schweizer Interviewer diktiert hat, interessiert sich gar nicht für Blogs. Das hat er noch nie getan, er hat nur fleißig mitgeholfen, einige zarte Pflänzchen zu ersticken, was ihm leider einige Male auch gelungen ist, nicht immer, aber immerhin, und Argumente darüber austauschen, das wollte er auch noch nie, da konnte man bitten und betteln wie man wollte. Dem Mann – er schwatzt unter dem Namen eines einstmals verdienstvollen Krimikritikers, von dem man aber schon lange nichts Verdienstvolles mehr hört – dem Mann also geht es um schnöde Eigenwerbung für seine digitalen Bauchläden. Und, chapeau, das zieht er bis weit über die Peinlichkeitsgrenze durch. Und sein Schweizer Interviewer, den einfachstes Googeln von der Nichtahnung seines Gegenübers überzeugt hätte, dieser Dr. Watson also hält das alles für bare Münze, was ihn sein auf einem schädigenden Dauertrip seiender Holmes da erzählt und erzählt es in seinem Printmedium ahnungslosen Schweizer Buchhändlern weiter. Hm. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, aber gesagt werden muss es vielleicht, aus Gründen der Hygiene wenigstens. Und jetzt spülen wir den Dreck runter und widmen uns wieder Wichtigerem. Schönen Sonntag, liebe Krimiblogwelt. Oh, und gerade sagt mir eine innere Stimme: Komm Alter, verlink den Käse doch, das Wetter ist miserabel, da sollte die Lektüre nicht nachstehen. Also hier: →der Käse.
04-05-2012
Zu keiner Zeit wissen, was los ist
Doch, der Herr Klingenmaier von der "Stuttgarter Zeitung" weiß schon, was mit dem "Boten" und seinem Autor los ist: "Rudolph hält nicht nur ein Kabel der historischen Kriminalerzählung an ein Kabel der Science-Fiction und freut sich über den Funkenflug. Er stellt noch einen anderen literarischen Kurzschluss her. „Der Bote“ ist wohl die bisher konsequenteste Hommage an die Provinzgeschichten Arno Schmidts diesseits der Satire." Hui, wenn das Schmidt hört, krieg ich demnächst im Elysium was zu hören... Und den Schluss der Rezension noch, weil er so schön ist und sowieso nicht im Netz steht: "Rudolph unterminiert die Gewissheit, ein Krimi bewege sich vom Rätsel zur Aufklärung. Je mehr er aufklärt, desto rätselhafter wird alles, bis die Erzählung im Surrealen angekommen ist, als sei diese einfache Welt die Schleife eines Computerspiels. Was nun abstrakt klingen mag, aber höchst vergnüglich zu lesen ist."
03-05-2012
So langsam wird es Zeit, mal all die Zettel und Aufsätze und den sonstigen Krempel zum Krimi ein wenig zu ordnen. Ganz modern natürlich in schönen E-Book-Ausgaben, als PDF und / oder EPUB. In seiner ersten Lieferung versammelt der Autor die 150 Haupt- und zahlreichen Nebenzettel des Was-ist-Krimi-Projekts sowie alle weiterführenden Texte, darunter ein längeres, ansonsten nicht mehr zugängliches Elaborat ("Schlechter Krimi Wirklichkeit") sowie eine launige, bislang unveröffentlichte Erzählung zu William Turner und seinen merkwürdigen Bildern. Alles in allem über 80 Druckseiten, ab sofort verfügbar als PDF und EPUB (bei letzterer Ausgabe machen die eingebundenen Bilder je nach Lesegerät ein paar Schwierigkeiten, ist eben ne altertümliche Technik, bitte Erfahrungsberichte), natürlich völlig kostenlos und unverbindlich, wird einem hier ja sowieso alles geklaut im Netz. Ich bitte um →kurze Nachricht, schon kommt das gewünschte Teil.
30-04-2012
Christine Lehmann: Totensteige
Vorweg: Das ist kein Roman über die Finanzkrise, das Eurorettungskarussell oder einen zu lockeren Bundespräsidenten, der waidgerecht zur Strecke gebracht wird. Und weil er das nicht ist, ist er genau das: Ein Roman über den Mechanismus, der solchen Dingen innewohnt, sie antreibt, manchmal erst erschafft. Sagen wir also: Christine Lehmanns "Totensteige" ist ein fundamentaler Roman, in einigem sogar ein fundamentalistischer, der keine literarische Ideologie neben der kriminalliterarischen duldet. Und diese Ideologie zugleich gnadenlos vorführt. 537 Seiten lang.
24-04-2012
So. In wenigen Stunden wird bei Amazon der erste Titel der Reihe "Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts" für moderate 99 Cent (ungefähr...) verfügbar sein. "Das wandernde Licht" von Ernst von Wildenbruch ist eine 1893 erschienene Novelle und eines der ganz frühen Beispiele für "psychologische Krimis". Der Text wurde zeichengetreu neu gesetzt und vom Herausgeber mit einem Glossar sowie einem ausführlichen, auch die historischen Umstände erklärenden Nachwort versehen. Ich hätte den Titel gerne kostenlos abgegeben, das funktioniert aber leider nicht, weil Amazon das für sog. "gemeinfreie Titel" nicht vorsieht.
Weitere Werke werden folgen. Der Titel existiert auch im epub-Format für Lesegeräte außerhalb des Kindle-Spektrums, wird als solcher aber nicht auf öffentlichen Plattformen angeboten. Wer daran interessiert ist, kann sich →ganz diskret per Mail an mich wenden. Der Amazonlink wird nachgereicht.
23-04-2012
Kalenderblatt. Beinahe ein Prosagedicht
Tag des Urheberrechts. Heute erwacht Marie-Luise Herzogenbroich-Krempscheid voller Tatendrang und Kampfeslust. Sie wird sich artikulieren, die Finger in sämtliche Wunden legen, den Pharisäern die Leviten lesen, den zum ewigen Fegefeuer Verdammten zurufen: TUT ES NICHT, LASST AB! BLEIBT SAUBER! BEZAHLT! Ja, sie wird es tun voller Inbrunst, denn: In ihren Albträumen hat sie das Armageddon erblickt, die Maginotlinie des Copy & Paste, die Killing Fields des Kreativen, den Schlachthof der Träume von Reibach und Ruhm. Millionen von Dieben, die Raubfinger am klickbereiten missbrauchten Tier, der unschuldigen Maus, nur eines im Sinn: für umme downloaden. Und was, oh Zeus? Natürlich IHREN Roman! Klebebindung, kein Lesebändchen, Erstauflage 300 Stück: "Bitterlich sollst du mir büßen – ein Iserlohn Krimi". Oh, welch schreckliche Vision! Millionen von Dieben! Die sich in ihr intellektuelles Verderben stürzen, nur einen Mausklick entfernt und doch ein Abgrund der gerechten Strafe.
22-04-2012
Schön, wenn Sonntagnachmittage so enden: "Fazit: Sehr spannender und ungewöhnlicher Krimi, weitab vom Mainstream. Ich bin begeistert." - Schreibt Claudia Junger über "Der Bote" und, hm, ich glaube, sie vollkommen Recht. Die Rezension findet man →hier, die Seite sei auch allgemein empfohlen. "Ich vergebe überzeugte 4/4 Punkten. Mit Sternchen." Dabei kann ich gut leben...
17-04-2012
Ist Ihnen dieser Blog 1,02 Euro wert? Das möchte ich jetzt doch mal wissen. Seit 2005 gibt es WTD kostenlos, was auch so bleiben soll. Tausende von Artikeln, soeben wieder einer, siehe unten. Gleichzeitig habe ich bei Amazon →ein kleines E-Book veröffentlicht, dessen Inhalt in anderer Form ebenfalls kostenlos zugänglich ist. Aber das ist eine gute Gelegenheit, einmal festzustellen, was Ihnen dieser Blog wert ist. Kaufen Sie das E-Book und bekunden Sie damit: Yap, die siebenjährige Arbeit des Bloggers, dafür leg ich auch gerne mal bares Geld auf den Tisch! Ich jedenfalls bin mal gespannt, was jetzt passiert...
Die Geschichte der Literatur ist die Geschichte der Urheberrechtsverletzungen. Ein Krimi ohne Täterfrage, denn Täter sind wir alle ausnahmslos. Keine Widerrede! Ja, auch SIE sind schuldig, SIE verstoßen permanent gegen das Urheberrecht, SIE sind ein Schwarzleser oder, noch schlimmer, ein brutaler Zuhälter wehrloser geistiger Ergüsse!
(mehr...)16-04-2012
Hier baut für Sie: George V. Higgins -1-
(Manchmal beschäftigt mich ein Autor über längere Zeit; man liest, man notiert, man nimmt sich etwas vor - und dann kommt etwas anderes und heischt Aufmerksamkeit. Damit mir nun aber George V. Higgins, der eines längeren Aufsatzes mehr als würdig ist, nicht entkommt, veröffentliche ich diese Arbeit in kleineren Häppchen. Unregelmäßig, aber ganz bestimmt...)
(mehr...)15-04-2012
Also, ich bin jetzt auch E-Book-Verleger. Glaub ich wenigstens. →Die ersten hundert Folgen des Drood-Projektes für 1,02 Euro, das sind 99 Cent plus Mehrwertsteuer, obwohls dann eigentlich mehr sein müssten... na ja. Jedenfalls:Könnt ihr kaufen oder gleich alle fast inzwischen 500 Folgen umsonst lesen. Kaufen wäre aber mal nett. Danke. Ich kauf mir auch ne schöne Pizza von dem Geld.
13-04-2012
Norbert Sahrhage: Blutiges Zeitspiel
Sollen wir's kurz machen? Dieser Krimi ist nicht besser oder schlechter als viele andere auch. Es regionalt ein wenig (Bielefeld und Umgebung!), ein paar biedere Bullen grasen auf der schon arg gemähten Wiese des Polizeikrimis, es geht um Handball und Mord und, am Rande, auch um etwas ganz, ganz Schreckliches. Gelesen, vergessen. Sollen's doch die Piraten ins Internet stellen und als Umsonstkultur verscherbeln. Aber etwas bleibt haften. Nichts Gutes. Nein, diesmal nicht die Sprache, über die wollen wir gnädig hinweglesen. Es ist etwas anderes, nennen wir es einmal: den Ton.
12-04-2012
Erklärung der deutschen Krimiautorinnen und -autoren
Zunächst einmal bitten wir um Nachsicht. Wir sind Autorinnen und Autoren, das heißt: wir schreiben, das Lesen ist nicht unsere Stärke, dafür sind die EndverbraucherInnen unserer Werke zuständig. Auch das wirkliche Leben interessiert uns eher weniger, was nicht verwundern sollte, tummeln wir uns doch bevorzugt im Kitsch eines Genres, von dem wir nicht wissen, wie es entstanden ist. Doch hat man uns neulich von bösen Menschen erzählt, die uns bestehlen wollen, so wie früher die Piraten auf dem Meer Handelsschiffe überfielen und ausraubten und das hat etwas mit Internet zu tun, aber sorry, davon verstehen wir auch ziemlich wenig, aber unser Verlag hat uns gesagt, wir sollen uns eine Homepage machen und bei Facebook vorbeischauen, das wäre gut für den Abverkauf.
(mehr...)10-04-2012
Keine Rezension. Nicht dass mich Guido Rohms "Die Sorgen der Killer" sprachlos gemacht hätte. Das schafft nur das unterirdisch Schlechte, das Schriftstehlerische, das also, dem das fehlt, was Rohms 13 Erzählungen allemal bieten: die Prägnanz der Sätze, die Unmittelbarkeit, mit der das Ungeheuerliche neben dem beiläufig Alltäglichen erzählt wird, das gut gefüllte stilistische Arsenal des Autors, das es ihm auch erlaubt, eine Geschichte in einem einzigen, seitenlangen Satz zu erzählen, ohne dass der innere Geschmackstaxameter auf "Manierismus!" pegelt. All das steckt in den Erzählungen wie zuvor schon in den Romanen Guido Rohms, auch Humor, der nicht zum Lachen ist und das Tragische, das natürlich zum Lachen ist. Nennen wir das ruhig einmal die Dialektik des Seins, gar nicht philosophisch, einfach nur beobachtend, in Wörter kondensiert, aufgeschrieben.
04-04-2012
Wolfgang Burger: Die falsche Frau
Ein Heidelberger Polizeikrimi. Muss das sein? Wo sich Regionalität und Beamtentum paaren, da erblickt Langeweile das Licht der Welt. Verkauft sich natürlich gut, traurig genug, Autorinnen und Autoren nehmen aber in Kauf, sich in einem Panoptikum voller totformulierter Gemeinplätze zu bewegen. Überhaupt: Regiokrimi ist out (das Publikum hat es nur noch nicht gemerkt), Polizeikrimi ist out (die Schreiber derselben haben es nur noch nicht gemerkt). Da geht man mit einer gehörigen Dosis Skepsis an Wolfgang Burgers "Die falsche Frau", wie in einen falschen Film sozusagen, aber bevor man sich mit Popcorn in den Schlummerzustand frisst, wird’s dann doch noch ein unterhaltsamer Abend.
02-04-2012
Na, das ist ja mal eine besondere Montagsattraktion! Ludger Menke →bespricht den "Boten" und mag ihn sogar. "Ein verstörender und unbequemer Roman, dessen kraftvoller Realismus gebrochen und veredelt wird durch die bildstarken Phantasie des Autors. Die Mechanismen von Macht und Ohnmacht, von Durchtriebenheit und Dummheit legt Rudolph in einem zukunftsweisenden Stück Literatur offen." Und weils so schön ist, finden auch → "Die Sorgen der Killer" des geschätzten Kollegen Guido Rohm ihre angemessene Würdigung.
28-03-2012
Was ist Krimi? Neues aus der Zettelwirtschaft 15
Und wieder ist ein Zehner voll. Diesmal mit einem Ausflug ins Literaturwissenschaftliche, Gedanken über Eskapismus und Bundespräsidenten, die Dummheit, das Elend deutschen Fernsehschaffens und - die Langeweile. Sowie noch vieles mehr. Hier am Stück, auf Facebook aktuell in Filets gehackt.
(mehr...)26-03-2012
Und wieder muss sich einer das Gel aus dem Haar waschen und gehen
"Er heuchelt Interesse für die völlig überteuerten Weine, die der Händler von Gegenüber auf samtbezogenen Röhren präsentiert." Den Satz kennst du doch!, meldet ein hinterster Winkel meines Hirns. Der Satz steht in Guido Rohms "Die Sorgen der Killer", aber daher kenne ich ihn nicht, ich hab ihn ja eben gerade erst gelesen. Aber, flüstert es aus meinem Hirn, du hast ihn eben auch schon früher einmal gelesen und das bedeutet, ob dir das gefällt oder nicht: Guido Rohm ist ein Dieb.
(mehr...)16-03-2012
Doch, kein Witz: Die Märzausgabe der Krimicouch ist online. Darauf auch meine →neue Kolumne, die sich diesmal mit dem ewigen Phänomen Sherlock Holmes beschäftigt sowie zwei Buchbesprechungen: ein gelungenes Werk von →Robert Brack zum Reichtagsbrand 1933 und ein leider eher mittelmäßiges von →John Harvey. Lesen Sie, urteilen Sie.
15-03-2012
Das ZDF verfilmt "Ich war Dora Suarez"
"Totale! Halbtotale, ja! Und jetzt voll auf die Fresse!" Helge P. Mauritz vibriert. Helge P. Mauritz zittert und schwitzt, schwitzt und zittert, auf seiner inneren Ejakulationsuhr ist es fünf vor Zwölf, Tendenz steigend. Endlich! Kamerachecks, Kamerafahrten, wie lange hat er darauf gewartet, wie lange dafür gekämpft! Helge P. Mauritz schaut auf den Monitor, hm. Das Gesicht Edwin Drumms ist nicht zerfurcht genug, noch nichts erlebt, der Knabe, keine existentielle Krise, keine raffgierige Exfrau, nur die ewigen Promiempfänge, das Stolzieren auf roten Teppichen, das Posen vor Objektiven, schneller Sex zwischen aufgespritzten Lippen und natürlich Alk, Alk, Alk. Und Koks. Das Backpulver für Teigwaren, die Gesichter sein wollen. Helge P. Mauritz hasst Schauspieler. Er braucht sie aber.
13-03-2012
Ja, ich widerspreche! Ich kann, verehrter Herr Rohm, Ihren Ekel vor dem kriminalliterarischen Katholizismus, dieser allerorten grassierenden Selbstbeweihräucherung, sehr gut nachvollziehen. Diese Monstranzengeilheit, dieses Konklavenklüngeln, das Dealen mit Volksopiaten schon auf Schulhöfen, die klammheimlichen Schweinereien in der halbdunklen Sakristei, wenn Messdiener zu Messlatten degradiert werden. Und, oh doch!, die Päpste! Die Päpste und ihre Li-la-letzter-Versuch-Soldateska! An der Spitze der doch so fruchtbaren Literatur thront die furchtbare Impotenz, aber sehen Sie, Meister, das ist eben Sprache, das ist Etymologie, das ist Arno Schmidt: fruchtbar, furchtbar, ein Aufwasch.
12-03-2012
Guido Rohm: Der Doktor und sein Vieh
Kollernde Kleriker unter sich. Prügelpapst und Krimiautor Guido Rohm nimmt sich die Kirchenfürsten des Genres zur Brust, ein gargantueskes, einigen Mut erforderndes Unterfangen, wird doch Rohm nach diesem Kraftakt als vogelfrei erklärt und von den vergifteten Pfeilen der Kritik zur Strecke gebracht werden. Wir freuen uns, Ihnen heute das Sahnestück der Aufsatzsammlung präsentieren zu können, eine feinsinnig-grobe Abrechnung mit einer sich im Affentempo vermehrenden Spezies, einem Konklave des Schreckens gewissermaßen, den wie radioaktiv verseuchte Pfifferlinge aus dem Boden des Internets sprießenden Krimipäpsten nämlich, Menschen im geistigen Zölibat, statt Messdienern Bücher auf den Knien, von Kopulationsphantasien durchschüttelt, die ewigen Handarbeiter des Betriebs... doch lesen Sie selbst. Rohm, Autor von →"Die Sorgen der Killer", wird besagte Sammlung demnächst unter dem Titel "Einmal legen und blasen, bitte. Szenen aus dem Buchbordell" in einem namhaften Verlag veröffentlichen. Obligatorisch erklärt die wtd-Herausgeberschaft, dass sie keineswegs alle im folgenden Traktat geäußerten Ansichten teilt. Sie ist lediglich →"Der Bote". Die dem Aufsatz beigegebene Zeichnung stammt natürlich aus der Feder des Klassezeichners Peter Ludwig.
08-03-2012
Jetzt ist →"Der Bote" so gut wie da - und mit ihm die Angst. In welche Hände wird er geraten? Am Ende gar in die falschen? Wen wird er erzürnen, welche Kritikerinnen, welche Leserinnen. Und ja, heutzutage dreht sich alles gleich um "Schadensersatz"! Autoren verklagen Kritiker, Leser Autoren – und man kann nichts dagegen machen? Oh doch, kann man. Man kann schon einmal öffentlich bekannt machen, wer bitteschön den "Boten" nicht anfassen sollte. Weder mit gierigen noch schmierigen Fingern. Ein paar Ausschlusskriterien finden sich im Folgenden, womit ich, das sei getont, auch gleich jegliche Verantwortung / Haftung strikt von mir weise. Lesen auf eigene Gefahr!
Nein, nein, ich sag ja gar nichts Lobendes zu diesem Buch! Erstens, weil es in den nächsten Tagen →bei Conte erscheinen wird und ich ja Conte nicht loben darf, sonst haben wir hier eine Wulff-Debatte. Und Ehrensold von Conte? Vergesst es. Zweitens, weil der Titel natürlich frauenverachtend ist! Frauen von Brücken werfen? Gehts noch? Andererseits: Das Buch ist von Gunter Gerlach! Den haben wir doch allseits in bester Erinnerung. Und noch andersseitiger: Ich hab das Ding schon gelesen, als es noch kein Buch war und da war es auch schon prächtig und so ganz anders als der übrige Krimiquark. Ja, und jetzt ist es sogar ein Buch, also wohl noch prächtiger und: Es kostet akkurat jene 11,90, die ihr ja schon in meinen "Boten" investieren wollt, der auch die Tage zu haben sein wird. Nehmt also gleich beide.
07-03-2012
- Leser: Geil mich auf.
- Autor: Geil mich auf.
- Leser: Ah!
- Autor: Ah!
- Leser: War ich gut?
- Autor: Ich war besser.
Man könnte die Geschichte eines Mannes schreiben, der als pubertierender Jüngling durch die nächtlichen Straßen zog, um Blicke in Schlafzimmer zu werfen, auf Frauen in Unterwäsche oder weniger oder gar nichts, der sich heimlich bei solchen Anblicken selbst befriedigte, darauf achtete, keine Geräusche zu machen, nicht entdeckt zu werden. Ein aufregendes Abenteuer für einen Jungen und er nahm sich vor, es zu wiederholen, immer wieder, irgendwann immer die selbe Frau, die sich am Abend in ihrem Schlafzimmer im Erdgeschoss auszog, vor den Spiegel trat, sich musterte, unter die Decke kroch. Die Frau, die sich unbeobachtet wähnte, kein Rollläden besaß, um ihr Haus war Garten, um Haus und Garten ein Zaun, aber der war kein Hindernis für den Jungen.
(mehr...)06-03-2012
"Warum kommt diese Buchbesprechung erst jetzt? Wäre es nicht besser gewesen, sie zum Jahreswechsel 2011/2012 zu veröffentlichen, also richtig passend zur Geschenkezeit?" - Die Antwort auf diese Fragen kann man →in einer Besprechung von rezension.org nachlesen, die sich dem "Mord(s)kalender 2012" widmet. Für mich als Mitherausgeber ist es ein denkwürdiges Ereignis, denn zum ersten Mal wurde einem Buch, an dem ich beteiligt war, "Lesbarkeit" bescheinigt. Fünf von fünf Sternen - und auch sonst freuen wir uns. Und versprechen: Der "Mord(s)kalender 2013" ist schon in Arbeit.
05-03-2012
- Assistent: Da liegt die Leiche.
- Kommissar: Wo? Ich sehe nichts.
- Assistent: Das ist der Beweis.
- Kommissar: Für was der Beweis?
- Assistent: Für einen unnatürlichen Tod.
- Kommissar: Erzählen Sie weiter.
Es schaudert einen. Jemand könnte auf einen Knopf drücken und alles wäre verschwunden, die gesamte Literatur juché ausgelöscht, nicht einmal Asche bliebe übrig. Ein Buch kann überleben. Jemand findet es, liest es. Das Nibelungenlied. Sogar die Merseburger Zaubersprüche, ja, sogar die steinernen Hieroglyphen, vorgeschichtliche Felskritzeleien. Schrift auf Dingen, das Schwarze auf dem Weißen. Alles vorbei.
01-03-2012
Was ist das Internet. Das Internet ist das Leben, also ein krimineller Ort. An ihm haust der Idealist einträchtig neben dem Intriganten, hier trifft sich intellektueller Tiefsinn mit der Facebookhymne "Bin gerade aufgestanden", hier blättert man von einem Foto der syrischen Gräuel unvermittelt zu dem einer geschändeten Vierjährigen. Im Internet werden Geschäfte gemacht und zwar im doppelten Wortsinn, wobei der Teufel wie immer auf den größten Haufen scheißt. Es wird beschenkt und bestohlen, ge- und missbraucht, ein Philosophensatz besitzt die gleiche digitale Wertigkeit wie der Satz eines geistigen Brandstifters. Also, noch einmal: Das Internet ist das Leben ist ein krimineller Ort, eine Inszenierung, ein Konvolut von Texten, Literatur im Rohzustand, die darauf wartet, dramaturgisch hergerichtet zu werden, ein Krimi.
(mehr...)29-02-2012
Ach übrigens: die Zeiten ändern sich
Damit ich auch mal was zum Urheberrecht gesagt habe und zum "JA!", das einem gerade auch aus krimiliterarischer Richtung entgegenschallt: Verschissen, Leute. Arschkarte gezogen. Das läuft jetzt so wie in der Musikindustrie, als MP3 aufkam. Unsere MP3s heißen ebooks und vergesst mal schnell so etwas wie "Kopierschutz". Die illegale Verbreitung von ebooks wird man nicht verhindern können, es sei denn, man stellt einfach keine mehr her, was aber illusorisch ist. Keine Sorge, unsere Papierbücher wird wohl keiner nachdrucken, lohnt sich einfach nicht (natürlich nur aus Kostengründen...), und was ich sonst so an Texten ins Internet stelle, also ehrlich: Das darf jeder kostenlos lesen, verlinken, zitieren, meinetwegen auch auf seine Seite stellen, solange er mir das mitteilt, meinen Namen und die Quelle nennt und keine Kohle damit macht. Ansonsten müssen wir uns einfach was einfallen lassen, damit die Leute Geld für unsere Ergüsse ausgeben. Wäre doch mal was anderes als Kulturpessimismus. Außerdem kann ich sowieso nicht vom Schreiben leben. Ich habs also gut.
27-02-2012
Der Krimi lässt vieles mit sich machen, mehr oder weniger klaglos, wenn man das Ächzen im Gebälk der Story, der Sprache, der Intention gnädig überhört. Eine Prise Krimi als geschmackliche Verfeinerung, der Spannungskick als Einschlafverhinderungshilfe und, versteht sich, schlagendes Verkaufsargument. Die entscheidende Frage lautet dann zuverlässig: Würde der Text auch ohne das Krimikorsett eine gute Figur machen und, falls ja, warum braucht er dann überhaupt diese Stütze? Bei Michael Molsners "Dich sah ich" fällt die Antwort leicht: Ja, macht eine gute Figur, doch, Krimi kann nichts schaden.
15-02-2012
Das nächste wird gezeigt und das übernächste angekündigt
Oops, da ist Grafiker Markus aber ein ziemlicher Fauxpas unterlaufen! Was soll denn der Computer unten rechts? Egal; Mitte März ist er endlich unterwegs, der Bote durch die Zeit. Und das erste Kapitel des übernächsten Büchleins ist auch schon geschafft. Und, hey, es ist eine Fortsetzung! Der "Menschenfreunde"! Vielfach erwünscht!
Hm... ich setz jetzt mal den →Amazonlink zum "Boten", okay? Will ja eh keiner was Signiertes, persönlich Gewidmetes ohne Mehrkosten und Porto und Verpackung und so. Oder doch? Dann→ Nachricht.
14-02-2012
Lesezwang und George V. Higgins
Nein, so ist das nicht gemeint. Zu Higgins muss man nicht gezwungen werden. Aber auf der neuen Krimicouch hat nicht nur jetzt auch Herr Higgins Platz genommen (und wird gleich fröhlich →rezensiert), es geht auch um die →Krimizwangslektüre in den Schulen und ihre Folgen und überhaupt. Außerdem, u.a., werden die Kandidaten für den →"Krimiblitz" vorgestellt. Also mal nachschauen und abstimmen.
13-02-2012
Was ist Krimi? Neues aus der Zettelwirtschaft 14
Heiße Themen diesmal. Über Moral und Kommunikation, das Triviale an sich und, ganz klar, die üblichen Regungen der Einzeller.
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