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Crime School: Hefte raus, Klassenarbeit!

Je tiefer wir uns in den Unterrichtsstoff der Crime School knien, desto blümeranter wird es den Schülern. Haben Raabe, Nabokov und Schmidt tatsächlich etwas mit dem Genre „Krimi“ zu tun, bloß weil sie sich einiger seiner Elemente bedienten?

Oder um es mit den wohlgesetzten Worten des Schülers Bernd zu sagen:

„Da stellt sich doch die Frage was eigentlich ein Krimi ist. Auch eine der unendlichen Diskussionen, bei denen schon viele gescheite Menschen [unzureichende] Definitionen produziert haben sollen; also begeben wir uns besser wieder ´runter vom Glatteis... Ist den alles was jemals geschrieben wurde und wo ein Toter, ein ungelöstes Verbrechen, die innere Zerrissenheit eines Büßers[oder ...] vorkommt ein Krimi ? „Wuthering heights“, „Macbeth“, „Tod in Venedig“, „For whom the Bells toll oder „the invisible man“ Krimis wo immer man hinschaut ?“
Well, that’s fucking Hochliteratur indeed, wie man es in früheren, besseren Zeiten nennen durfte, als nicht anämische Ich-Forscher, Befindlichkeitshanseln und Icke-hab-ne-Botschaft-Posaunisten die stolze Galeere enterten, auf der sich die Meister keuchend in die Riemen legten. Heutzutage segelt das Schiffchen harmlos über die Meere des Flachsinns, die Ozeane der geistigen Untiefe, vom schwindsüchtigen Atem der Literaturkritik in die Segel gepustet. Doch lassen wir das.

Was wir bei der Analyse der drei „Hochliteraten“ herausfanden, war folgendes: Wie sich da ein guter Text mit seinen Lesern kurzschließt, sich ihrer bemächtigt und einen Krimi der ganz anderen Art zu schreiben versteht: einen Metakrimi, der kurzerhand das Leben (oder soll ich schelmischer Weise sagen: die Wirklichkeit?) des Lesers überwältigt und diesen zum Handelnden macht.

Ab ovo, wie man, noch immer in Osternähe, sagen könnte. Der Krimi als „Genre“ entspringt der genrefreien Literatur, er gehört weiterhin zu ihr, er ist potentiell mit allen Zaubereien ausgestattet, die uns gute Bücher zu bieten vermögen. Man kann auch sagen, jedes gute Buch sei in der Lage, einen Krimi zu inszenieren, eine Recherche des Lesers, der sich gegen das geläufigste Verbrechen der Menschheit wendet: die Unwissenheit, sei sie nun selbst- oder fremdverschuldet.

Aber, bitteschön, was ist eigentlich das Genre „Krimi“? Bevor wir uns in der nächsten Lektion einem „Klassiker des Genres“ widmen wollen, sollten wir uns über die Charakteristika und Grenzen des Genres Gedanken machen. Wir? – Ihr! Hefte raus, Klassenarbeit! Menke, klappen Sie das Buch zu, das Sie verbotener Weise unter der Bank lesen, diesen →Kubathriller, der überhaupt nicht zum Curriculum gehört! Überlegen Sie sich – und alle anderen natürlich desgleichen:

Was gehört zum Genre „Krimi“?
Was muss UNBEDINGT in einem Krimi vorhanden sein – und was darf keinesfalls?
Kann man das Genre erweitern? Muss man es gar? Und wie? Und wie bitte nicht?

Nur einige Anregungen. Macht euch Gedanken über das Genre, befragt eure Standards. Antworten wie immer an die bekannte Schuladresse. Ich benote auch nicht, versprochen. Ich zitiere bloß.

dpr

30. März 2005

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