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"Literarische Krimis": Stand der Dinge

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„Literarische Krimis“ pro und contra. Ist das schon das Ende der Diskussion? Es war bisher eine Dreierdiskussion, aber vielleicht gibt es eine/n Vierte/n, Fünfte/n, der/die noch etwas dazu sagen möchte? Fassen wir also das bisher Gesagte kurz zusammen.

Der Begriff ist meiner Meinung nach:

1. überflüssig: Krimis sind per Definition Literatur
2. ärgerlich: Im allgemeinen Sprachgebrauch beinhaltet die Kategorie „literarischer Krimi“ immer auch eine Wertung. Sprich: „Literarische Krimis“ sind anspruchsvoller als „nicht-literarische Krimis“
3. entwicklungshemmend: Die Trennung in „literarische“ und „nicht-literarische“ Krimis taugt als Legitimation, es mit dem Schreiben nicht so genau zu nehmen. Das mag die Verlage nicht interessieren, solange die Kasse stimmt, und die Leser desgleichen nicht, solange man ihnen gibt, was sie wollen. Ernsthafte Autoren sollten sich allerdings dagegen wehren, per se als Schriftsteller zweiter Klasse und minderer Güte eingestuft zu werden.

Meine Ausführungen blieben erfreulicherweise nicht unkommentiert (denn nichts ist langweiliger, als auf dem Berg Sinai der Literaturkritik zu hocken und Gesetzestafeln auszuhändigen). Bernd schrieb:

„Für mich persönlich bezeichnet „literarisch“ Krimis, bei denen sich der Autor über Humor, Spannung und Rätsel hinaus, Mühe mit der sprachlichen Gestaltung gegeben hat (z.B. Ruth Rendell) oder aber wie in „richtigen Büchern“ Darstellungen schafft, die über den Krimitext hinaus gehen (A. Vachss „Shella“) oder sein Buch in einen Literaturkontext einbindet (M. Connelly „The Poet“ – E. A. Poe -, M. Walters „The Scold´s Bridle“ – „King Lear“ -, P. Lovesey, Bloodhounds - Krimiliteratur).“

Und in einem Folgekommentar:

„Mir hilft dieses Adjektiv („literarisch“, dpr) zu kategorisieren - ganz neutral und ohne Wertung. R. Rendell, die ich gerne lesen, finde ich vom Krimiaspekt her nicht immer Spitze.“

Ludger stieß sich vor allem an meiner Definition von „Zielgruppen“ und meiner scheinbaren Reduzierung von Literatur auf ihre handwerkliche Seite. In seinem →„Nachtbuch“ kommentierte er:

„ Mir ist das zu wenig. (...) Was ist dann mit dem Drang des “Schreiben-Müssens”, des “sich-artikulieren-wollens”, nur heraus mit Gefühlen und Gedanken, gepresst in das, was wir Sprache nennen. Expressivität total. Alleine das Beherrschen von literarischem Handwerk macht eben noch keine gute Literatur.“

Auf meinen Vorschlag, vielleicht einen anderen Begriff für Krimis zu finden, deren Anspruch über bloße Unterhaltung hinausgeht, schrieb Ludger:

„Da wird es schon schwieriger. Meiner Meinung nach zeigt dies sehr schön
1. wie beschränkt unsere Sprache ist - vor allem wenn es um die Beschreibung und auch Beurteilung von Literatur geht.
2. wie unsinnig die meisten (nicht alle) der Unterteilungskategorien im Kriminalroman sind und die sich in der Regel an unwichtigen Äußerlichkeiten orientieren.
3. es für die inhaltliche Beschreibung kaum Kategorien im Bereich der Kriminalliteratur gibt.
4. wir immer gerne sofort urteilen, auch wenn es, wie eben bei dem Begriff "literarisch" zum Teil unbeabsichtigt passiert - bzw. wie wir in Worte etwas reinlesen, wenn es uns gefällt oder nicht gefällt.“

Und Bernd zum gleichen Thema:

„Im Bereich der Kultur (behaupte ich mal) wird nur gerne vergessen, dass Kunst nichts statisches ist. Während die Jünger der Modernen Malerei ständig neue Kategorien schaffen (heutzutage wohl eher: schufen) um den Entwicklungen gerecht zu werden, diese zu verstehen und verständlich zu machen, verwenden die Krimileser immer noch teilweise die Begriffe aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts um Romane des 21. Jahrhunders zu kategorisieren.“

Das ist der Stand der Dinge. Ich hoffe, mir ist kein wesentlicher Aspekt entgangen. Any comments?

dpr

7. Juni 2005

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