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Literatur, Krimis und Spannung

Hat man sich erst einmal in ein Thema eingehört, wird man selbst für leiseste Töne empfänglich. "Literarische Krimis" also. Ein →kleines Zitat der Autorin Silvia Kaffke im Forum der Krimi-Couch:

"etwas literarischer, aber nicht weniger spannend - sehr ungewöhnlich: Mischa Bach: Der Tod ist ein langer, trüber Fluß"

Dass man bei "literarisch" extra erwähnen muss, der Krimi sei trotzdem spannend - interessant. Und gar nicht so seltsam, wie ich beim ersten Lesen glaubte. Jedenfalls dann nicht, wenn man sich einen Krimiautor vorstellt, der bisher "nur" Krimis geschrieben hat (vielleicht nicht einmal die schlechtesten) und plötzlich davon träumt, Pflichtlektüre an der Schule seiner Enkel zu werden. Dass "Literatur" die Spannung quasi totschlage, weil Spannung etwas sehr Triviales sei - 's ist ein altes Vorurteil, das leider durch viele Beispiele belegt werden kann. Aber rein theoretisch... Nö, muss nicht sein. Andererseits: Desto "unliterarischer" ein Krimi umso legomäßiger die Spannung. Also: Literatur und Spannung: ein wunderbares Paar.

(Worauf sich das "sehr ungewöhnlich" bezieht, weiß ich jetzt nicht. Auf die Verbindung "literarisch / spannend" oder auf Mischa Bachs Buch?)

dpr

16. Juni 2005

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