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Sandra Lüpkes: Halbmast

Carolin Spinnaker, Fotografin beim Nachrichtenmagazin Objektiv, steckt in mehr als einer Klemme. Sie befindet sich an Bord des Luxusliners Poseidonna, um dessen spektakuläre Überführung von der Werft ins offene Meer zu dokumentieren. Knifflige Arbeit, einen solchen Koloss über die Ems zu manövrieren. Und nicht unumstritten, weil man das Flüsschen dem Zweck hat „anpassen“ müssen.

Carolines Probleme beginnen, als Lars Minnesang, ihr Reporterkollege, spurlos verschwindet. Er war einer heißen Sache auf der Spur, einem Skandal – was ist mit ihm passiert? Statt seiner sind plötzlich zwei blinde Passagiere auf der Bildfläche. Einer will die Natur schützen und plant daher Sabotageakte. Den anderen haben Rachegründe auf die „Poseidonna“ getrieben.

Es geht also hoch her. Ein Arzt ist ebenfalls unauffindbar, ein Mechaniker stürzt in den Tod. Und der Kapitän heißt Jelto Pasternak, womit er Herrn Minnesang beim inoffiziellen Wettbewerb um den blödesten Namen in diesem Roman mächtig Konkurrenz macht.

„Halbmast“ ist ein durchaus turbulenter, ohne Längen dahinfließender Krimi. Fast eine Art Ems bei unruhigem Wetter – kein Sturm, bloß nicht, aber ein wenig windig ist es schon -, und so fließt die Handlung dem Meer der Kriminalromane zu, dortin, wo sie alle einmal landen, wenn man sie zuklappt und mit dem Vorsatz weglegt, sie nicht wieder aufzuklappen.

Gewiss gut recherchiert und ordentlich konstruiert. Die Sprache – ja, da wären wir wieder bei der Ems, wie sie sich gemächlich durch plattes Land gräbt. Hier und da ausgebaggert, damit ein flüchtiger tiefer Gedanke Platz hat und der große Liner Handlung ohne Kratzer ans Ziel kommt. Sehr gezähmt, Deiche allüberall, Überschwemmung ausgeschlossen.

Und die handelnden Personen. Handelnde Personen eben, nichts weiter. Die Fotografin könnte auch Frisörin sein. Der reiche Eigner, ein jovialer Schwarzer aus den USA, hat die Hand ganz eignerhaft am Po der Gemahlin, der Reeder redet sozial und handelt asozial, der Rächer rächt und der Umweltaktivist hat grüne Augen, „die über alle Maßen strahlten, wenn er für eine Sache entflammt war“. Dieses Personal beginnt zu existieren, sobald es beschrieben wird und gibt sein Dasein dran, wenn der Roman zu Ende ist, flüchtige Bekanntschaften eben, flüchtig und letztlich uninteressant.

Und Sachen, problematische Sachen, gibt es genug. Umweltproblematik, Schwarzarbeiterproblematik, Arbeitslosenproblematik, Journalistenethosproblematik. Sie alle dienen wie die handelnden Personen getreulich ihrer Urheberin. Sie bringen die Handlung flott voran, aber sie sind nicht die Handlung. Somit wird auch nichts problematisiert, nur dargestellt, dass es diese Probleme gibt. Danke für den Hinweis.

Also ein schlechter Roman? Ach, nicht einmal das. Einer, der sich damit begnügt, dramatische Geschehnisse auf einem schönen Schiff zu schildern und alle Leser zufriedenstellen wird, die sich gerne mit dramatischen Geschehnissen auf schönen Schiffen begnügen. Das ist weder wenig noch sonderlich viel. Das ist Mittelmaß.

Sandra Lüpkes: Halbmast. rororo 2005. 252 Seiten, 7,90 €

dpr


15. Juni 2005

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