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Großes Hinternet Dum-Dum-Geschoss August 2005

dumdum.jpg

Die dramatische Entwicklung der Ereignisse zwingt uns dazu, die für nächste Woche geplante Verleihung des ersten Großen Hinternet Dum-Dum-Geschosses vorzuziehen. Hier ist sie also, die Gewinnerin:

Leonie Swann mit ihrem Schafskrimi "Glennkill"!

Lesen Sie unbedingt die Laudatio des Vorsitzenden des Südwestdeutschen Einzelhandelverbandes! Und noch etwas: Falls Sie irgendwo im Internet →diesem Link begegnen sollten - um Himmelswillen nicht anklicken!

Laudatio zur Verleihung des ersten Großen Hinternet Dum-Dum-Geschosses

Liebe Frau Swann, liebe Festgäste, man verleiht nicht jeden Tag einen Preis an ein Buch, das man gar nicht gelesen hat. Und es mag einigen Kleingeistern tatsächlich wie ein Skandal vorkommen, wenn dies geschieht. Doch ich frage Sie: Wie außergewöhnlich muss ein Buch sein, das einen Preis bekommt, ohne dass die Juroren es gelesen haben?

Frau Leonie Swann, ich habe die Ehre, Ihnen das erste Große Hinternet-Dum-Dum-Geschoss zu verleihen. Meine lieben Festgäste, ich habe die freudige Pflicht, diese unsere Entscheidung zu begründen.

In Leonie Swanns Welt nimmt sich niemand die verlorene Zeit des Sozialstaats lamentierend zur Brust. Hier wütet auch nicht der Furor unbefriedigter Frauen, der in einer beunruhigenden Latenz zur gleichgeschlechtlichen Liebe gipfelt und somit die Familie als Motor des Konsums leicht verderblicher Haushaltswaren zum Erlahmen bringt. Obwohl, und ich betone dies ausdrücklich, verehrte Festgäste, liebe Frau Swann, natürlich auch Schwule und Lesben an unseren Registrierkassen stets herzlich willkommen sind.

Nein, Leonie Swann schreibt so fließend und leichtgängig, wie es die Räder unserer Einkaufswagen auch sind. Man passiert die Regale der deutschen Sprache und greift zu. Hier ein Adjektiv, dort eine Metapher (auch Metaphern zweiter Wahl zum ermäßigten Preis stehen für Bezieher von Arbeitslosengeld zur Verfügung), und wenn man schon mal da ist, warum nicht auch eine Vorteilspackung lyrischer Verben? Und ehe man sich’s versieht, ist der Wagen voll beladen, und der Postillon der freien Marktwirtschaft bläst zur Attacke auf die Fleischtheke.

Die Fleischtheke. Liebe Festgesellschaft, es hat mich ehrlich gesagt nicht verwundert, was mir Herr Mitty, der Chefredakteur im Hause Hinternet, kurz vor Beginn meiner Laudatio zuflüsterte. Dass nämlich – und nun merken Sie auf, meine Damen und Herren – der Umsatz an Lammgerichten beim benachbarten „Gyros-Eck Aphrodite“, wo die Redakteure zu speisen pflegen, eklatant gestiegen sei. Und auch der konkurrierende Türke im „Kebab-Center Klein-Istanbul“ spiele mit dem Gedanken, seine Palette wohlschmeckender Speisen um die Lammvariante zu erweitern.

Wem ist diese erfreuliche Umsatzentwicklung der hiesigen Gastronomie zu verdanken, wenn nicht Ihnen, verehrte Frau Swann? Aber das ist nicht alles. Lammplüschtiere und Urlaubsreisen nach Irland boomen. Staunend stehen wir zudem vor dem Phänomen einer rapide steigenden Beliebtheit der Nutztierhaltung. Gut, ich bin Realist, meine Damen und Herren, und sehe nicht alles durch die rosarote Brille. Eine vermehrte Schafhaltung in Privathaushalten geht zu Lasten der rasenmähererzeugenden Industrie und der darbenden Landwirtschaft. Doch verkennen Sie auch nicht das innovative Potential, welches in dieser Renaissance des Nutztieres Schaf steckt! So es uns gelänge, das Schaf nicht als Nutz-, sondern als Haustier zu etablieren, als eine sinnvolle Ergänzung zu Katzen und Hunden. Dies würde nichts weniger als das Erblühen eines neuen Erwerbszweiges bedeuten, der Herstellung von Dosenfutter für Schafe! Und bedenken Sie, was so ein ausgewachsenes Schaf am Tag verzehrt! Da haben Hund und Katze konsumtechnisch schlechte Karten!
Hier ist der Gesetzgeber gefordert, mit entsprechenden Verboten der Nutztierhaltung regulierend einzugreifen und die Züchter, ihre Tiere auf den Verzehr von Fleisch umzustellen.

Ich bin, Sie haben es bemerkt, liebe Freunde, ein wenig ins Schwärmen gekommen. Meine Phantasie bricht aus mir heraus, ich sehe Kuhkrimis, Pferdekrimis – ja, lasst tausend Kuh- und Pferdekrimis blühen, wie schon Mao Zedong forderte. Und was ließe sich Besseres über Literatur sagen als dass sie uns zum Schwärmen und Phantasieren bringt?

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(donnernder Applaus)

19. August 2005

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